TV Oyten - Newsartikel drucken


Autor: Axel Sammrey
Datum: 02.11.2019


Verdener Nachrichten von Nico Brunetti. Oyten und Riede: Der umgekehrte Weg.

Viele Verletzte, wenig Punkte: Es ist keine einfache Situation für den MTV Riede. Und bestenfalls soll schnell die Wende eingeleitet werden, am liebsten am Sonntag um 14 Uhr gegen den formstarken TV Oyten.

Lennart Schröder, Marvin Just, Torben Meyer, Torben Schumacher, Marcel Schumacher, Dennis Weigel, Hendrik Meyer, Marcel Grashoff und Kai Schumacher – das Lazarett beim Fußball-Bezirksligisten MTV Riede ist prall gefüllt. Zugleich haben die vielen Verletzungen dafür gesorgt, dass die Rieder nach gutem Saisonstart komplett aus dem Rhythmus geraten und sogar bis auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht sind. Eine Misere, die unbedingt beendet werden soll. Und das am besten schon am Sonntag um 14 Uhr zu Hause gegen den punktgleichen TV Oyten. „Das ist ein Duell auf Augenhöhe. Wir haben ein Heimspiel und haben immer noch genug Spieler auf dem Platz. Wir spielen ja nicht nur mit sechs Spielern“, gibt sich Riedes Coach Marc Wurthmann kämpferisch.

Er bemüht die Sätze, die Trainer in solch einer schwierigen Situation meistens sagen. „Jeder muss für jeden einstehen. Es geht nur mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung“, erklärt er und würde am liebsten drei Euro ins Phrasenschwein werfen. Im Endeffekt ist es aber auch die erfolgversprechende Herangehensweise für Vereine im Tabellenkeller. Andere Alternativen, als den Zusammenhalt in den Fokus zu rücken, hat der MTV aktuell auch nicht. Schließlich können die Rieder durch die Ausfälle weder über die individuelle Klasse noch über die Eingespieltheit kommen. Vor allem die Frage, wer die Tore schießen soll, ist momentan schwer zu beantworten. Mit Schröder und Just werden die beiden besten Stürmer im Kader noch längere Zeit nicht zur Verfügung stehen, vor Saisonstart verletzte sich schon Dennis Weigel. Die danach ausgetesteten Varianten waren bisher nicht von Erfolg gekrönt.„Wir werden nochmal ein bisschen umstellen“, kündigt deshalb Wurthmann an.

Dabei ist die Aufgabe nicht leicht. So muss er Spieler auf ungewohnten Positionen aufstellen, ohne das alle Automatismen abhanden kommen. Zudem ist es wichtig, dass die getroffenen Maßnahmen für keine Steigerung der Verunsicherung sorgen. Das ist Wurthmann bewusst, der versucht, eine positive Haltung vorzuleben. Denn trotz der katastrophalen Punkteausbeute zuletzt – nur ein Zähler aus den vergangenen acht Partien – bleibt er weiter zuversichtlich.

Keine Trainerdiskussion in Riede

„Wenn ich nicht daran glaube, wer denn dann? Es muss sich jetzt einfach die zweite Reihe beweisen“, meint Wurthmann und trifft damit den gleichen Ton wie Riedes Spartenleiter Frank Lindenberg: „Wir sind der Männerturnverein. Wir werden weiterkämpfen und den Kopf oben halten.“ Anders als im Vorjahr soll es in dieser sportlichen Talfahrt diesmal keine Veränderung auf der Trainerposition geben. „Von 24 möglichen Punkten nur einen zu holen, ist natürlich eine Hausnummer. Im Moment haben wir aber keine Absichten, über den Trainer zu diskutieren. Unsere Situation, die wir haben, ist dem Verletzungspech geschuldet. Wir lassen uns als Vorstand nicht verrückt machen und haben Geduld“, betont Lindenberg. Die Rückendeckung stärkt Wurthmann, der aber auch klarstellt: „Ich klebe nicht auf meinem Stuhl. Sollte es für einen Motivationskick einen Trainerwechsel brauchen oder sollte ich der Meinung sein, die Mannschaft nicht mehr zu erreichen, dann würde ich was anderes machen.“

Unter anderem eine gute Trainingsbeteiligung sendet aber das Signal, dass die Fußballer in Riede zurzeit gerne mit Wurthmann zusammenarbeiten. Mit mindestens sechs Zählern vor der Winterpause, so lautet das Ziel, würde das Team dies dann an den Spieltagen untermauern. Beim kommenden Gegner ist ein solches Zeichen geglückt. Der TV Oyten ist Axel Sammrey den umgekehrten Weg gegangen. Nach schwachem Saisonstart haben sich die Oytener mit drei Siegen auf Rang 12 vorgearbeitet und können nun ebenso wie der MTV Riede auf elf Punkte verweisen.

Foto: Die Oytener Bezirksliga-Fußballer um Daniel Aritim (rechts) sind dabei, Torben Maass und dem MTV Riede davonzuziehen. (Björn Hake)