header
Fußball 29.04.2020 von Axel Sammrey

1. Herren: Weser Kurier von Tobias Dohr. Warum die NFV-Meinungsumfrage zum Boomerang werden könnte.

Das Problem an dem eigentlichen so lobenswerten Weg des Verbandes, die Mitglieder direkt zu befragen: Der NFV hat seinen an sich richtig guten Vorschlag im Vorfeld überaus schlecht kommuniziert.

Wie umgehen mit der Fußballsaison? Wie entscheiden, in einer Situation, in der es faktisch ausgeschlossen ist, es allen Recht machen zu können? Der niedersächsische Fußballverband hat einen durchaus lobenswerten Weg eingeschlagen und die Basis direkt beteiligt am Entscheidungsprozess. In einer landesweiten Umfrage hat der NFV alle seine Vereine kontaktiert und um deren Meinung gebeten.

Und wenn man ehrlich ist, muss man sagen: Das Ergebnis war wenig überraschend. Von den rund 2600 Vereinen gaben 1649 ihre Stimme ab. Davon votierten 448 für den Vorschlag des NFV-Verbandsvorstandes, die Saison ab dem Zeitraum 15. August bis 1. September fortzusetzen. 1119 Klubs sprachen sich dagegen aus. Nach demokratischer Herangehensweise muss man also festhalten: Eine absolute Mehrheit von fast 68 Prozent will die Saison lieber sofort und komplett beenden.

Das Problem an dem so lobenswerten Weg des Verbandes: Er hat seinen Vorschlag im Vorfeld überaus schlecht kommuniziert. Schlimmer noch: Bereits bevor die offizielle Verkündung Anfang vergangener Woche über die NFV-Kanäle verbreitet wurde, hatten verschiedene Zeitungen und Online-Medien darüber berichtet. Kurz nachdem die entscheidende Videokonferenz der Funktionäre stattgefunden hatte. So wurde ein Wochenende lang wild spekuliert und diskutiert, ehe der Verband sich schließlich offiziell zu Wort meldete. Die an sich gute Idee von der Saisonunterbrechung war somit längst von kritischen Wortmeldungen überrollt worden. Und solch ein Effekt lässt sich im Zeitalter der „sozialen Medien“ dann auch nicht mehr korrigieren.

Dabei hätte die Idee der Saisonunterbrechung sehr viele positive Nebeneffekte gehabt. Man muss in diesem Zusammenhang auch gar nicht mehr damit argumentieren, dass es sportlich die sauberste Lösung ist, eine Saison wirklich faktisch auch zu Ende zu bringen. Das versteht wohl jeder. Nein, der größte Nutzen hätte tatsächlich darin gelegen, was viele Kritiker als eine der größten Schwachstellen ausgemacht hatten.

Wenn ab Mitte August nämlich tatsächlich wieder gespielt werden dürfte, vielleicht sogar dauerhaft, dann hätte man die jetzige Spielzeit (2019/2020) bis Dezember 2020 zu Ende bringen können. Auch bei dem einen oder anderen witterungsbedingten Ausfall wäre das möglich gewesen. Wenn aber – und damit ist nach heutigem Stand ja viel eher zu rechnen – die Corona-Zahlen wieder steigen werden (Stichwort: zweite und dritte Welle), dann hätte man ohne großen Zeitdruck die Saison wieder unterbrechen können. Faktisch hätte man Zeit bis 30. Juni 2021 gehabt, um die jetzige Spielzeit in Ruhe zu beenden.

Jetzt mögen die Kritiker sagen: Aber was ist mit Spielerwechseln im Sommer? Was ist mit den Trainern, die den Verein verlassen? Ehrlich gesagt: Diese Thematik wäre doch bei einer einheitlichen Behandlung der Saisonunterbrechung gar nicht existent. Denn jeder Spieler und jeder Trainer sagt doch für eine komplette Saison zu! Und sollte seinen Verein auch erst mit Ende dieser Saison verlassen. Wenn die Spielzeit aber nach einer kollektiven Unterbrechung irgendwann auch einheitlich zu Ende gespielt wird, ist ein Vereinswechsel doch auch erst nach der Saison ein Thema. Niemand hätte also einen Nachteil. Und am Ende ist es dann doch völlig egal, ob man bis Juni oder bis Dezember bei einem Verein bleibt, um die Saison zu Ende zu spielen. Die Wechselfristen würden angepasst werden und die Spieler und Trainer würden dann eben Ende Dezember (oder Januar, oder Februar) wechseln.

Weiterer Kritikpunkt: Spieler wechseln nach den Sommerferien den Wohnort, somit verändert sich die Zusammensetzung des Kaders. Auch hier sollte man die Kirche im Dorf lassen: Heutzutage wechseln die Spieler nämlich permanent die Vereine. Im Sommer, im Winter, sogar schon nach der Vorbereitung, weil sie glauben, dass sie keinen Stammplatz kriegen. Das Wintersemester beginnt im Oktober, das Sommersemester im April. Zu diesen Zeiten verlassen seit jeher die Studenten ihre Teams. Ein einheitliches Kaderbild über eine ganze Spielzeit gibt es heutzutage so oder so nicht mehr. Ein wirklich entscheidendes Kriterium ist dieses Argument also auch nicht. Und das wäre es demnach auch nicht, wenn man die aktuelle Saison über den Sommer hinaus weiterspielen lassen würde.

Der größte Pluspunkt einer Saisonunterbrechung, der allerdings in der jüngsten Diskussion beinahe komplett untergegangen ist, wäre aber ein anderer. Es ist ein Argument, das im Prinzip alle umtreibt: Was, wenn auch im August immer noch kein Fußball gespielt werden darf? Oder – Stichwort zweite Welle – erneut kein Fußball gespielt werden darf? Man hat in der aktuellen Diskussion ein wenig das Gefühl, als ob die meisten Aktiven denken: Wir brechen jetzt einfach ab und dann sind die Sorgen bis August schon irgendwie verschwunden. Das Problem ist: Das werden sie nicht.

Vielmehr wird es kaum möglich sein, eine vernünftige Vorbereitung ab Anfang Juli zu spielen. Das bedeutet, der Saisonstart ist dann schon wieder vorbelastet. Viele werden dann meckern, wenn man zwar nicht trainieren darf, aber im August in die neue Saison starten soll. Und wie geht es dann weiter? Man stelle sich vor, die Saison wird nach wenigen Spieltagen erneut unterbrochen, oder noch schlimmer: Sie wird gar nicht erst gestartet. Dann befindet man sich ganz schnell in einer Zeitschleife. Denn dann kommt der Oktober und der November, die wetterbedingten Ausfälle, die kalte Jahreszeit – und ruckzuck steht man genau da, wo man jetzt steht. Mitten in einer angebrochenen Saison und ohne echte Chance, diese regulär zu Ende zu spielen.

Aus diesem Grund wäre es ideal gewesen, die Saison zu unterbrechen und später fortzusetzen. Wäre das bis Ende Dezember gelungen, hätte man einfach im März oder April die neue Spielzeit gestartet, wohl wissend, dass es ganz bestimmt noch die eine oder andere Corona-Auszeit geben wird. Man hätte also praktisch drei Halbserien für die nächste Serie Zeit gehabt: Frühjahr 2021 und dann die Saison 2021/2022, um die kommende Spielzeit zu spielen.

Und wenn dieses Jahr tatsächlich gar kein Fußball mehr gespielt werden darf, dann hätte man ganz einfach im kommenden Frühjahr die jetzige Saison wieder aufgreifen und zu Ende spielen können. So oder so: Die ganze Situation wäre einzig und allein durch eine Saisonunterbrechung dauerhaft entzerrt worden. Jetzt aber ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man im Oktober schon wieder ein großes Problem vor sich herschiebt – und vielleicht über den nächsten Saisonabbruch diskutieren muss.

Erschreckende Quote

Wie auch immer: Die Chance ist vertan. Der Verband wird es sich kaum leisten können, gegen zwei Drittel seiner Vereine zu entscheiden. Das Problem dabei war ja von vornherein: Zwei Drittel aller Vereine stehen derzeit jenseits von Gut und Böse. Für die allermeisten Klubs hat ein Saisonabbruch erst einmal überhaupt keine Folgen. Die Kurzsichtigkeit eines jetzigen Abbruchs wurde vom Verband hingegen leider nicht entsprechend kommuniziert. Deshalb überrascht das jetzige Stimmungsbild in keinster Weise.

Übrigens muss in diesem Zusammenhang noch ein anderer Gedanke erlaubt sein: Wieso um alles in der Welt beteiligen sich bei einer solch wichtigen Entscheidung eigentlich bloß 1649 von rund 2600 Vereinen? Es ist die vielleicht wichtigste Entscheidung der vergangenen 70 Jahre im Amateurfußball – und fast 36 Prozent aller Vereine melden sich überhaupt nicht? Man kann nur hoffen, dass diese Vereine sich jetzt auch in den kommenden Wochen mit jeglicher Meinungsäußerung zurückhalten werden. Nämlich dann, wenn der Verband dann tatsächlich eine konkrete Entscheidung verkündet – die dann sicherlich wieder einigen nicht schmecken wird.

Am Ende ist es vor allem aber auch ein Problem der Zuständigkeiten. Da jeder Landesverband eine eigene Entscheidung fällen darf, ist das Chaos ohnehin kaum zu verhindern. Der DFB hätte hier zwingend einen einheitlichen Weg vorgeben und anstreben müssen. Dann, aber auch nur dann, wäre eine Saisonunterbrechung definitiv die fairste und beste Lösung für alle gewesen.

Foto: Wie lange wird der Ball noch ruhen? Wenn es nach der Mehrheit der NFV-Vereine geht, noch bis mindestens Juli. (INGO MÖLLERS)

Fußball 26.04.2020 von Axel Sammrey

1. Herren: Meinungsbild der niedersächsischen Vereine mehrheitlich für Abbruch der Saison.

Niedersachsens Fußballvereine haben sich mehrheitlich für einen Abbruch der derzeit
wegen der Corona-Pandemie unterbrochenen Spielzeit 2019/20 ausgesprochen. Dies
ergab eine Umfrage, die von Samstag (18. April) bis Mittwoch (22. April) in allen 33
NFV-Kreisen vorgenommen wurde.
Von den rund 2.600 Vereinen gaben 1649 ihre Stimme ab. Davon votierten 448 für
den Vorschlag des NFV-Verbandsvorstandes, die Saison – soweit es die staatlichen
Verfügungen zulassen – ab dem Zeitraum 15. August bis 1. September fortzusetzen.
1119 Klubs sprachen sich dagegen aus, 83 Klubs enthielten sich.
„Ich danke allen Vorstandskollegen und Vereinen für das in dem engen Zeitfenster
erhobene Meinungsbild. Es gehört zur gegenseitigen Wertschätzung, unterschiedliche
Interessen und Standpunkte auszutauschen und zu respektieren“, erklärte NFV-
Präsident Günter Distelrath.
Die Erfahrungen, Eindrücke und Aussagen, die die Kreisvorsitzenden im direkten
Austausch mit ihren Vereinen gesammelt haben, sowie die direkt in der Barsinghäuser
NFV-Verwaltung eingegangenen Meinungen waren Gegenstand der telefonischen
Verbandsvorstandssitzung am heutigen Nachmittag. Dabei zeigte sich, dass bei den
Vereinen ein sehr heterogenes Meinungsbild mit einer Vielzahl von Vorschlägen und
Szenarien vorherrscht. „Diese werden wir jetzt sortieren, intensiv erörtern und zu einer
überschaubaren Anzahl von konkreten Vorschlägen zusammenfassen“, erklärte
Distelrath.
Dabei würde sich der Verband weiterhin an den behördlichen Entscheidungen
orientieren. „Wir müssen sehen, welche Anordnungen für Niedersachsen wirksam
werden. Diese berücksichtigen wir natürlich bei unseren Überlegungen“, sagte der
NFV-Präsident. Der NFV-Verbandsvorstand wird sich am nächsten Dienstag zu einem
erneuten Austausch treffen, um über die weitere Vorgehensweise zu beraten.

Fußball 23.04.2020 von Axel Sammrey

1. Herren: Kreiszeitung.de: Kreis Verden: Klare Kante: Vereine für Abbruch.

27 Verdener Fußball-Clubs gegen Saisonverlängerungsvorschlag des NFV.

Kreis Rotenburg:

Nach Online-Meeting: Viele Vereine gegen Fortsetzung

NFV droht der Denkzettel

Kreis Diepholz:

Doch abbrechen statt einfrieren?

„Verdammt knappes“ Ergebnis im Kreis Diepholz nach Vereinsumfrage

Kreis Wildeshausen:

Klares Votum im Fußballkreis Oldenburg-Land/Delmenhorst

Vereine bevorzugen Saisonabbruch

Foto: Mögliches Szenario: Die Saison in den Spielklassen des Niedersächsischen Fußballverbandes könnte abgebrochen werden. Foto: imago

Fußball 21.04.2020 von Axel Sammrey

1. Herren: Verdener Nachrichten von Florian Cordes und Nastassja Nadolska. Zustimmung und Ablehnung.

Diese Nachricht sorgt seit Freitagabend für jede Menge Gesprächsstoff. Vor allem in den sozialen Medien wird rege diskutiert: Der Niedersächsische Fußballverband (NFV) verfolgt den Plan, die laufende Saison der Männer, Frauen und der Jugend bis mindestens Mitte August zu unterbrechen und sie dann fortzusetzen (wir berichteten). Voraussetzung sei jedoch, dass die Behörden und die Politik die Umsetzung der NFV-Idee erlauben.

Die Spielzeit 2019/2020 soll also über einen längeren Zeitraum eingefroren werden. Im Notfall würde die Fortsetzung bis zum Sommer 2021 andauern. Eine finale Entscheidung, wie es mit dem Amateurfußball in Niedersachsen weitergeht, soll im Laufe der Woche fallen. Zuvor sollen nun aber die Kreisvorsitzenden in den Dialog mit den Vereinen treten. "Dieses Meinungsbildung bildet die Basis für die finale Diskussion und Beschlussfassung des Verbandsvorstandes“, erklärte NFV-Präsident Günter Distelrath in einer Pressemitteilung des NFV. Im Landkreis Verden soll am Dienstag über den Vorschlag des Verbands gesprochen werden. Eines scheint sicher: Es könnte eine kontroverse Diskussion auf die Teilnehmer warten. Denn bereits im Vorfeld zeichnet sich ab, dass die Meinung unter den Fußballern sehr unterschiedlich ist.

Adrian Liegmann spricht sich für den Vorschlag des NFV aus. Der Spartenleiter des TSV Bassen hält es für richtig, die Saison 2019/2020 zu einem Ende zu führen. „Wir haben noch 13 Spiele vor uns. Bis Dezember wäre es machbar“, sagt Liegmann über das Programm, das noch auf die erste Mannschaft des TSV Bassen in der Bezirksliga wartet. Und falls es witterungsbedingt zu Spielausfällen kommen sollte, könne man die Partien auf das erste Halbjahr 2021 verteilen. „Dann hätte man theoretisch bis Juni 2021 Zeit, in aller Ruhe die Saison zu Ende zu spielen. Es würde auch alles gerecht laufen, was den Meister sowie die Auf- und Absteiger betrifft.“ Die Saison 2020/21 könne aus Sicht des TSV-Spartenleiters komplett wegfallen. „Dass die jetzige Saison bis Dezember laufen und die neue dann im Januar nächsten Jahres anfangen soll, halte ich zeitlich einfach für unmöglich“, stellt Liegmann klar. Faktoren, wie beispielsweise das Wetter und andere Wettbewerbe wie der Pokal, spielten eine große Rolle. „Die Spieler und Trainer wären einem enormen Terminstress ausgesetzt. Selbst mit mehreren englischen Wochen könnte man das nur schwer bewerkstelligen. Außerdem dürfen wir nicht vergessen, dass wir immer noch vom Amateur-Fußball sprechen“, betont Adrian Liegmann.

Meyer spricht von Entspannung

Eine ähnliche Einschätzung zu dem Thema kommt aus der Nachbarschaft des TSV Bassen. „Prinzipiell finde ich den Vorschlag gut, weil ich in anderen Varianten große Ungerechtigkeiten sehe„, sagt Detlef Meyer, Spartenleiter des TV Oyten. “Wenn ich auf unsere Ligen schaue, sind da Mannschaften, die teilweise vier bis fünf Spieltage auseinanderliegen. Wie soll es da eine faire Bewertung geben?“ Außerdem könne er sich – wie sein Pendant Adrian Liegmann – eine Aussetzung der Spielzeit 2020/21 vorstellen. „Angenommen die Saison geht im September weiter. Dann wäre sie im März, mit einer kleinen Winterpause, fertig. Den Pokalwettbewerb könnte man auch ausspielen und anschließend folgt eine längere Sommerpause. Und Ende August beginnt dann die Saison 2021/2022. Es wäre für alle einfach wesentlich entspannter“, ist sich Meyer sicher. Dennoch gebe es einige Punkte, die aus Sicht des TVO-Spartenleiters fehlen. „Was passiert beispielsweise mit anderen Wettbewerben und wie sieht es bei den Jugendspielern aus? Das fehlt mir noch in der Auflistung des NFV.“

Ein weiterer Befürworter des NFV-Vorschlags ist Alexander Coels, der die Fußball-Sparte des TSV Etelsen leitet. „Den Königsweg wird es nicht geben. Als ich von dem Vorschlag des NFV erfahren habe, ging mir spontan durch den Kopf, dass dies die beste Entscheidung ist“, sagt Coels. „Ich sehe zwar ein Problem bei der Jugend, wie man es mit den Jahrgängen löst, aber ansonsten wäre das für mich die charmanteste Lösung.“ Einen kompletten Abbruch der Saison lehnt der Fußball-Chef der Schlossparkkicker eher ab. „Dann bleibt die Frage, wie man die Saison überhaupt wertet. Ließe man dann nur Mannschaften aufsteigen, stelle ich mir das für die Bezirks- oder Landesliga schwierig vor, wenn den Klassen jeweils 19 oder gar 20 Mannschaften angehören.“  

Frank Lindenberg hält von der Idee des NFV nicht viel. Er vertritt eine ganz andere und vor allem klare Meinung: „Die Lösung ist nicht praktikabel“, lauten die deutlichen Worte des Spartenleiters vom MTV Riede. Er wäre für eine sofortige Beendigung der aktuellen Saison. „Für mich wäre es eine Wettbewerbsverzerrung, wenn man weitermacht. Viele starten ihr Studium im Oktober und einige Vereine würden eventuell wichtige Spieler verlieren. Außerdem ist auch nicht klar, wie es beispielsweise mit Wechselfristen und Jugendspielern läuft. Es ist alles noch sehr schwammig“, betont Lindenberg, der sich wünscht, dass sich der NFV ein Beispiel an anderen Sportarten nehme. „Den aktuellen Vorschlag halte ich für unlogisch. Alle anderen Sportarten machen es anders, nur der Fußball schlägt eine komplett andere Richtung ein.“

Unter anderem haben sich die Handballer dazu entschieden, die aktuelle Saison abzubrechen. Absteiger gibt es in Niedersachsen in diesem Jahr nicht. Die Aufsteiger werden Anhand eines Quotienten ermittelt, der sich aus der Anzahl der absolvierten Spiele und der erreichten Punktzahl ergibt. Eine solche Lösung könnte sich Nicolas Brunken, Sportlicher Leiter des Landesligisten FC Verden 04, durchaus auch für den Fußball vorstellen. „Vor den jetzigen Idee des NFV halte ich hingegen nichts.“ Einen Abbruch der Saison würde er bevorzugen. „Die Teams, die dann absteigen wollen, weil ein Verbleib in der Liga nur wenig Sinn macht, sollten dies auch machen. Und die Klubs, die oben stehen, sollten belohnt werden, wenn sie aufsteigen könnten“, sagt Brunken, der sehr viel Respekt vor den Menschen hat, die bald die Entscheidung die Zukunft des Amateurfußballs in Niedersachsen treffen.

Zwei-Drittel-Mehrheit in Bayern

Während in Niedersachsen noch viel Redebedarf besteht, sind die Fußballer im Süden der Bundesrepublik schon einen Schritt weiter. In Bayern ist eine Unterbrechung des Spielbetriebs mit einer anschließenden Fortsetzung der Saison 2019/2020 ab dem 1. September geplant. Unter den Klubs gibt es eine klare Befürwortung. Laut des Bayerischen Fußball-Verbands (BFV) haben sich 68,13 Prozent für den Vorschlag ausgesprochen. Die Abstimmungsbeteiligung lag bei 73,53 Prozent. Aller Voraussicht nach wird der BFV-Vorstand am Mittwochabend zusammenkommen und auch vor dem Hintergrund des Ergebnisses beraten.

Foto: Die Netze der Fußballtore im Kreis Verden können auch in den kommenden Wochen aufgehängt bleiben. Denn bis die Bälle wieder rollen, wird es noch dauern. (Björn Hake)

Fußball 21.04.2020 von Axel Sammrey

1. Herren: FuPa.net: Sieben Fragen an: Anton Strodthoff.

Anton Strodthoff, TV Oyten, Bezirksliga 3 im Gespräch mit FuPa über die fußballfreie Zeit.

Der Coronavirus bringt den Amateurfußball zwischen Elbe und Weser zum Erliegen, keine heißen Duelle auf dem Rasen, kein kaltes Bier an der Bande, keine saftige Bratwurst, keine Fachsimpelei mit den Kumpels in der Kabine... Ohne Fußball ist alles doof. Der Fußball in Niedersachsen und Bremen steht still. Wir haben uns gefragt, wie kann wohl der Alltag bei Anton Strodthoff vom TV Oyten aussehen? FuPa hat nachgefragt, lest hier:

Was vermisst du in der fußballfreien Zeit am meisten?

Komische Frage. Fußball.

Wie hältst du dich fit?

Hanteln und Schach.

Welches Lied läuft bei deinem Corona-Homeworkout in Rotation?

Flitsmeister von Jebroer.

Von welchem Sportereignis würdest du dir gerne die Wiederholung ansehen?

Oyten - Langwedel 01.03.2020

Welchen Sportfilm kannst du uns empfehlen?

Sportfilme kenne ich keine aber "Im hohen Gras" ist ein guter Horrorfilm.

Gibt es etwas Positives für dich aktuell?

Hoffentlich nicht mein COVID-19 Test.

Heute in einem Jahr… :

..ich habe keine großen Pläne.

Anton, vielen Dank für die Beantwortung der Fragen. Bleib gesund!

Foto: Sven Rohde

Fußball 21.04.2020 von Axel Sammrey

1. Herren: Niedersachsen: Ministerium für Inneres und Sport.

Pistorius:
Bei gleichbleibendem Verlauf des Pandemiegeschehens:
Sport an der frischen Luft auch auf Sportanlagen ab Anfang Mai wieder ermöglichen
 
Im Rahmen einer Sonder-Sportministerkonferenz am heutigen Montag (20. April) hat sich Sportminister Boris Pistorius für eine schrittweise Wiederaufnahme des Sportbetriebs ab Anfang Mai ausgesprochen, wenn der Verlauf der Corona-Pandemie sich nicht verschlechtert. Trainingsbetrieb im Berufs- und Leistungssport ist bereits seit einigen Wochen in Niedersachsen möglich.
 
Pistorius:
„Der Gesundheitsschutz steht an erster Stelle, allerdings kann der Sport- und Trainingsbetrieb aus meiner Sicht unter Maßgabe von bestimmten Regeln ab Anfang Mai stufenweise wieder erlaubt werden, wenn die Entwicklung der Pandemie es erlaubt.“ Dies gelte vor allem, wenn das Sporttreiben an der „frischen Luft“ im öffentlichen Raum und auf öffentlichen oder privaten Freiluftsportanlagen stattfindet. Die bestehenden Abstands- und Hygienevorschriften müssen dabei konsequent eingehalten werden. Ein Wettkampfbetrieb mit Zuschauerinnen und Zuschauern sollte bis auf weiteres nicht gestattet werden. Sogenannte Geisterspiele ohne Zuschauer könnten gegen Ende Mai durchgeführt werden, wenn die Einhaltung strenger medizinischer Konzepte gewährleistet ist.
 
Die Sportminister der Länder werden in den nächsten Tagen eine entsprechende Beratungsgrundlage verabschieden. Diese soll dann spätestens in die Beratung der Bundeskanzlerin mit den Ministerpräsidenten am 30. April einfließen, damit ein möglichst einheitliches Vorgehen gewährleistet wird. Umkleidekabinen sowie Gastronomiebereiche sollen allerdings weiterhin geschlossen bleiben.

Fußball 20.04.2020 von Axel Sammrey

1. Herren: SPORTBUZZER von Marcel Westermann vom 19.04.2020. Folgen der Amateurfußball-Pause: Saison bis Ende November, Wechsel erst danach!

Der Niedersächsische Fußball-Verband plant, den Amateurfußball wegen der Corona-Krise bis Ende, mindestens aber bis zum 15. August zu pausieren. Die Idee zu diesem Vorhaben, über das Mitte dieser Woche entschieden werden soll, stammt aus Gifhorn. Dieser NFV-Kreisverband hat von seinen Vereinen bereits grünes Licht erhalten - und schildert jetzt der Öffentlichkeit die wichtigsten Fakten und Folgen.

Am Freitag hatten sich die 42 Kreisvorstände und das NFV-Präsidium in einer Videokonferenz getroffen, um über die Zukunft der Saison im Amateurfußball zu diskutieren. Dabei warf der Kreisverband Gifhorn die Idee in den Raum, die Spielzeit mindestens bis 15., vielleicht sogar bis zum 31. August auszusetzen und dann fortzuführen. "Das hängt von der Gesetzgebung ab", sagt Ralf Tomas, Vorsitzender des NFV-Kreises Gifhorn. Der Vorschlag stieß bei den meisten anderen Kreisvorständen auf Zustimmung. "Die Mehrheit hat sich für diese Variante ausgesprochen", so Thomas. "Niemand hat sich mit brachialer Gewalt dagegen gestemmt."

Saison soll spätestens Ende November durch sein

Aber was macht diese Idee so lukrativ? Und wie kann sie genau umgesetzt werden? Welche Folgen hätte ein Beschluss? Auf diese Fragen lieferte Thomas am Sonntagmittag Antworten. Der Amateurfußball soll vielleicht sogar bis Ende August ruhen - das gelte dann von der G-Jugend bis zu den Spielklassen der ältesten Sportler. Frühestens ab 16. August könnte der Ball wieder rollen, vorausgesetzt die Corona-Maßnahmen der Bundesregierung sind bis dahin entsprechend gelockert. Sollte das der Fall sein, könnte die Spielzeit bereits Ende Oktober, spätestens aber Ende November durch sein. Es gebe wie sonst auch Auf- und Absteiger. "Wir wollen die Saison sportlich fair und ohne Verlierer fortsetzen", betont Thomas. Es ist aber auch möglich, dass die Saison beispielsweise aufgrund des Wetters länger dauert. Zeitdruck gibt's dann ohnehin nicht mehr.

Was ist mit der neuen Saison?

Aber nicht nur eine Fortsetzung soll es geben, auch soll die Saison 2020/21 nicht ins Wasser fallen. Heißt: Wäre die Spielzeit 2019/20 Ende November durch, würden sich die NFV-Verantwortlichen eine Variante für die darauffolgende Saison einfallen lassen. So könnte es dann beispielsweise nur eine Hinserie geben oder einen Turnier- oder Pokalmodus. "Das ist auch ein großer Vorteil unserer Idee, dass man genügend Zeit hat, sich dann über die neue Saison Gedanken zu machen", sagt Thomas. Sollte die laufende Saison länger als erwartet dauern, ist es nach wie vor denkbar, die kommende Spielzeit ausfallen zu lassen und die bestehende bis in den Sommer 2021 auszutragen.

Wechsel werden verschoben

Egal, wann die jetzige Saison vorbei sein wird, Wechsel würde es dann im Sommer keine geben. Thomas: Auch im Jugendbereich gibt es keine Veränderungen. Wenn also ein Kind gerade in der F-Jugend spielt und ab Sommer zu den E-Junioren wechseln würde, so würde es das erst nach Ablauf der Saison tun. Auch Spielerwechsel würden dann erst vollzogen werden. Thomas: "Es wird einfach alles entsprechend nach hinten verschoben."

Abbruch kein Thema

Von einem Saisonabbruch halten die Verantwortlichen in Gifhorn nach wie vor nichts - das wäre auch gar nicht so leicht umsetzbar. "Der Fußball ist, was die Finanzen angeht, ganz anders aufgestellt wie andere Sportarten", betont Thomas. So schüttet der DFB beispielsweise jährlich 1,2 Millionen Euro an Fördergeldern an die Landesverbände aus. Diese würden ebenso wegfallen, wie die rund 250.000 Euro pro Landesverband, die jedes Jahr aus Ergebnismeldungen generiert werden. Es gibt keinen Vorteil, wenn man die Saison abbrechen würde. Das wäre die schlechteste Variante, weil die Vereine dann gar nicht wissen, wie es weitergeht", so Thomas.

Foto: Konkrete Pläne: Ralf Thomas (r.), Vorsitzender des NFV-Kreises Gifhorn, erklärt welche Folgen eine Corona-Pause bis Ende August haben kann.

Fußball 18.04.2020 von Axel Sammrey

1. Herren: Weser Kurier von Patrick Hilmes. NFV will die Saison einfrieren.

Entscheidung wohl gefallen: Der NFV will die laufende Spielzeit vorerst einfrieren. Ab dem 1. September soll die Saison fortgesetzt werden.

Vermutungen über Vermutungen, Szenarien über Szenarien. Die wildesten Spekulationen machten in den vergangenen Wochen die Runde. Wie wird es mit den Fußball-Saisons in Niedersachsen weitergehen? Zunächst folgte eine kurzfristige Verschiebung auf die nächste. Nun wurde eine längerfristige Entscheidung getroffen. Der Niedersächsische Fußballverband (NFV) will die Spielzeit 2019/2020 vorerst einfrieren.

Der Plan ist folgender: Die Corona-Zwangspause soll bis zum 31. August 2020 verlängert werden. Ab dem 1. September sollen die laufenden Spielzeiten dann fortgesetzt werden. Das würde die Oberliga und alle darunter liegenden Spielklassen der Herren, der Frauen und auch der Jugend betreffen. Am Freitagabend hatten sich die Kreisvorstände des NFV in einer Videokonferenz auf dieses Szenario geeinigt. Die endgültige Entscheidung ist damit aber noch nicht getroffen. „Jetzt findet in den Kreisen und Bezirken so eine Art Abfrage statt. Eine Gegenstimme gab es in der Konferenz aber nicht“, berichtet Jürgen Stebani, Vorsitzender des Spielausschusses. Die finale Entscheidung soll dann im Laufe der nächsten Woche folgen.

„Es gibt nicht den Königsweg, aber dies ist wohl die sauberste und sportlich fairste Lösung für alle. Zudem hilft es nicht, alle 14 Tage neu zu entscheiden und zu verschieben. Es musste eine langfristige Lösung her. Nun können auch die Vereine besser planen“, betont Stebani. Alle anderen Varianten schloss der NFV zunächst für sich aus, insbesondere das Szenario der Annullierung. „Dann hätte es überspitzt gesagt Tote und Verletzte gegeben“, sagte Stebani. „Die Variante, die Saison einzufrieren, war das Meinungsbild der Vereine, das an uns herangetragen wurde. Wenn möglich, wollen alle die Saison zu Ende spielen. Der andere Wunsch war, dass alles im System bleiben sollte. Heißt: keine Playoffs oder sonstiges. Da gab es ja ganz wüste Spekulationen.“ Dem ist der NFV nun nachgekommen.

Ob auch wirklich ab dem 1. September der Ball wieder in Niedersachsen rollt, das steht aber weiterhin auf einem anderen Blatt. „Das ist der optimistischste Zeitpunkt aller Prognosen. Ich persönlich glaube, dass dieses Jahr gar nicht mehr gespielt werden kann. Aber bis dahin fließt eine Menge Wasser die Elbe runter. Man muss einfach sehen, wie sich die Situation rund um den Coronavirus entwickelt. Nun haben wir aber erstmal viel Zeit gewonnen.“

Damit steht gleichzeitig fest, dass die Saison 2020/2021 nicht wie geplant beginnen wird. Auch der komplette Ausfall dieser Spielzeit ist möglich. „Ich will nicht das nächste Worts-Case-Szenario heraufbeschwören, aber angenommen, es kann im Herbst gespielt werden, bleibt die Witterung abzuwarten. Sollte sie so sein wie 2017/2018, ist auf den Plätzen kein Fußball möglich“, gibt Stebani zu bedenken.

Doch das ist alles Zukunftsmusik und Spekulation. Der neue Plan wirft aber weitere Fragen auf. Eine davon betrifft den Punkt Spielerwechsel. Diese sollen ebenfalls eingefroren werden, bestätigte Aussagen dazu gibt es dazu aber noch nicht. Das gilt ebenso für den Punkt Trainingsbetrieb, der bisher noch untersagt ist. „Aber es wird ja irgendwann Lockerungen geben. Dann sind wie bei den Profis kleine Gruppen angedacht, die trainieren können.“

Foto: Bis zum 31. August wird auf den Fußballplätzen in Niedersachsen weiter Tristesse herrschen. Danach soll die Spielzeit aber fortgesetzt werden. (Björn Hake)

Fußball 14.04.2020 von Axel Sammrey

1. Herren: Wechsel und Fristen: die DFB-Anpassungen.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) nimmt in Reaktion auf die Corona-Krise umfassende Anpassungen in der DFB-Spielordnung und DFB-Jugendordnung vor. Die vom DFB-Vorstand beschlossenen Änderungen sind mit sofortiger Wirkung bis zum 30. Juni 2021 gültig, sie sollen in der aktuellen Krisensituation dringend nötige Flexibilisierungen sowie Erleichterungen für die Vereine ermöglichen. Mit Beginn der Saison 2021/2022 sollen dann wieder die vorherigen Bestimmungen in Kraft treten. Die Änderungen im Überblick.

DFB-Spielordnung

Saisonwertung ( § 4) : Bisher galt der Grundsatz, dass in einer Saison jeder gegen jeden in Hin- und Rückrunde antritt – bei wechselseitigem Heimrecht. Meister ist die Mannschaft, die nach Durchführung aller Spiele die meisten Gewinnpunkte erzielt hat. Absteiger sind die Mannschaften mit den wenigsten Gewinnpunkten. Sollte jedoch ein Wettbewerb in der aktuellen Saison 2019/2020 aufgrund der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie nicht zu Ende gespielt werden, können die Mitgliedsverbände abweichende Regelungen beschließen – unter anderem zur Regelung von Auf- und Abstieg oder beispielsweise einer möglichen Nichtwertung der Saison.

Vorgehen bei Insolvenzfällen (§ 6): Wenn ein Verein der 3. Liga, der Regionalliga, der FLYERALARM Frauen-Bundesliga oder 2. Frauen-Bundesliga einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens stellt, bekam er bislang neun Punkte in den Herren-Ligen und - aufgrund der geringeren Anzahl an Spielen - sechs Punkte in den Frauen-Ligen in der betreffenden Saison abgezogen. Diese Bestimmung ist für die Spielzeiten 2019/2020 und 2020/2021 gelockert worden. Bei Stellung eines Insolvenzantrags während der laufenden Saison wird kein Punktabzug verhängt. Tritt der Fall in der Saison 2020/2021 ein, werden in den Herren-Spielklassen dem jeweiligen Klub drei Punkte abgezogen, in den Frauen-Spielklassen wären es zwei Zähler.

Für Spielklassen unterhalb der Männer-Regionalliga und 2. Frauen-Bundesliga besagen die Statuten grundsätzlich, dass bei Eröffnung des Insolvenzverfahrens oder Ablehnung der Eröffnung des Verfahrens mangels Masse die Klassen höchste Mannschaft jedes Vereins automatisch ans Ende der Tabelle gesetzt wird und als Absteiger feststeht. Die zuständigen Regional- und Landesverbände können nun abweichende Regelungen für ihre Spielklassen (auch für die Regionalligen) treffen – mit maximaler Gültigkeit bis 30. Juni 2021.

Des Weiteren werden in Fällen, in denen auf Regional- und Landesverbandsebene bereits ein Punktabzug als Folge einer Insolvenz eines Vereins vorgesehen war, ebenfalls Sonderregelungen geschaffen. Die Regional- und Landesverbände können hier ebenfalls bis 30. Juni 2021 flexible Regelungen für ihre Spielklassen treffen.

Beginn und Ende des Spieljahres (§ 7): In der Regel beginnt ein Spieljahr im Fußball am 1. Juli und endet mit dem 30. Juni des folgenden Jahres. Jetzt sind Abweichungen möglich, sofern Spielansetzungen über den 30. Juni 2020 hinaus notwendig sein sollten, um das Spieljahr sportlich abschließen zu können. Auch der Beginn des Spieljahres 2021/2022 kann entsprechend angepasst werden. Für DFB-Bundesspiele ist hierfür dann ein Beschluss des DFB-Präsidiums notwendig.

Die Vorgabe, wonach jeder Regional- und Landesverband verpflichtet ist, innerhalb einer Saison eine – frei wählbare - Spielpause von mindestens vier Wochen einzulegen, ist bis zum Ende der Saison 2020/2021 aufgehoben.

Spielerlaubnis für Amateure (§ 10): Normalerweise darf in der 3. Liga, den Regionalligen sowie den Jugend- und Frauen-Bundesligen an Nicht-EU-Ausländer eine Spielerlaubnis als Amateurspieler jeweils nur bis 30. Juni erteilt werden. Dies gilt nicht mehr, sollte die laufende Saison über den 30. Juni hinaus verlängert werden. In diesem Fall verlängert sich die Spielerlaubnis eines Spielers oder einer Spielerin für das laufende Spieljahr entsprechend. Voraussetzung ist dabei, dass die betreffende Person eine Verlängerung ihrer Niederlassungs- bzw. Aufenthaltserlaubnis beantragt hat und der Antrag von der zuständigen Behörde noch nicht abschlägig beschieden wurde.

Spielberechtigung nach dem Einsatz in einer Mannschaft der FLYERALARM Frauen-Bundesliga und der 2. Frauen-Bundesliga (§ 14): Nach einem Einsatz in einem Meisterschaftsspiel einer Frauen-Bundesliga-Mannschaft ist eine Spielerin, die nicht Stammspielerin ist, erst nach einer Schutzfrist von zwei Tagen wieder für andere Frauenmannschaften ihres Vereins spielberechtigt. Auf Antrag des Ausschusses für Frauen- und Mädchenfußball kann das DFB-Präsidium nun Ausnahmen von dieser Schutzfrist beschließen.

Wechselperioden für Amateure (§ 16): Die regulären Wechselperioden sind grundsätzlich vom 1. Juli bis 31. August sowie vom 1. bis 31. Januar. Lässt die FIFA davon Ausnahmen zu, kann der DFB-Vorstand jetzt erforderliche Anpassungen für den deutschen Amateurfußball beschließen. In Bezug auf weitere feste Stichtage – beispielsweise der 30. Juni für die Abmeldung eines Spielers bzw. einer Spielerin vom alten Verein oder der 31. August für die Einreichung eines Antrags auf Spielerlaubnis - können ebenfalls abweichende Regelungen für die laufende und kommende Saison getroffen werden. Erfolgt eine einheitliche Festlegung durch den DFB-Vorstand, so ist diese verbindlich. Abweichungen in den einzelnen DFB-Landesverbänden sind in diesem Falle nur mit Genehmigung des DFB-Vorstands zulässig.

Wegfall der Wartefristen beim Vereinswechsel von Amateuren (§ 17): Normalerweise gilt, dass Amateure, die mindestens sechs Monate kein Spiel bestritten haben, den Verein wechseln können, ohne dass es dafür der Zustimmung des abgebenden Klubs bedarf. Zum Schutz der Klubs können die zuständigen Regional- und Landesverbände nun festlegen, dass Zeiträume, in denen aufgrund der Covid-19-Pandemie kein Spielbetrieb durchgeführt werden konnte, bei der Berechnung des Sechs-Monats-Zeitraums nicht berücksichtigt werden.

Bestimmungen für Vertragsspieler (§ 22 und § 23): Verträge mit Vertragsspielerinnen und -spielern müssen normalerweise bis zum 30. Juni eines Jahres datiert sein. Auch hier können nun Abweichungen vorgenommen werden, sofern das Ende des Spieljahres 2019/2020 nicht auf den 30. Juni fällt. Wichtig für den Fall eines Vereinswechsels: Mit Beginn eines bereits wirksam geschlossenen Vertrages mit dem neuen Verein erlischt die bis dahin geltende Spielerlaubnis für den bisherigen Klub nicht, wenn aufgrund der Auswirkungen der Covid-19-Pandemie der Vertrag mit dem bisherigen Verein fortbesteht bzw. verlängert wurde, um die noch ausstehenden Pflichtspiele der Spielzeit 2019/2020 bei dem bisherigen Verein absolvieren zu können. Eine bereits erteilte Spielerlaubnis für den neuen Verein würde bis zur Beendigung des Vertrages mit dem bisherigen Klub ruhen.

Wird das Vertragsverhältnis eines Spielers oder Spielerin im ersten Vertragsjahr aufgelöst und will der betreffende Spieler bzw. die Spielerin als Amateur für den bisherigen Verein weiterspielen, ist für die Spielzeit 2019/2020 keine Entschädigungszahlung für die Erteilung einer Amateur-Spielerlaubnis mehr erforderlich.

Sofern durch eine Verlängerung des Spieljahres erforderlich, können auch bei den Wechselperioden für einen Vertragsspieler-Transfer entsprechende Anpassungen durch die zuständigen Mitgliedsverbände des DFB vorgenommen werden. Erfolgt eine einheitliche Festlegung durch den DFB-Vorstand, so ist diese verbindlich. Abweichungen sind in diesem Fall nur mit Genehmigung des DFB-Vorstands zulässig.

Verpflichtung eines Lizenzspielers oder Nicht-Amateurs, der von einem der FIFA angeschlossenen Nationalverband freigegeben wird (§ 29 und § 30): Sollten für die Wechselperioden I und II in der kommenden Saison die Stichtage verändert werden, würden diese bei der Erteilung der Spielerlaubnis eines Lizenzspielers oder Nicht-Amateurs, der von einem der FIFA angeschlossenen anderen Nationalverband freigegeben wird, ebenfalls in entsprechender Weise angewendet werden. Die Anpassung der Stichtage gilt sowohl für den Fall, dass der Spieler oder die Spielerin als Vertragsspieler/-in verpflichtet wird als auch bei Reamateurisierung der betreffenden Person im Zuge der Verpflichtung.

DFB-Statut 3. Liga

Beiträge/Spielabgaben (§ 24): Von allen Meisterschaftsspielen der 3. Liga hat der gastgebende Klub einen Beitrag von 5 % der Zuschauereinnahmen, mindestens jedoch 1.000 Euro pro Spiel, als Spielabgabe zu entrichten. Die Verteilung gestaltet sich wie folgt: 3 % erhält der DFB, die restlichen 2 % steht als Beitrag dem Regional- oder Landesverband zu, dem dieser Verein angehört. Nun ist beschlossen worden: Müssen Meisterschaftsspiele der 3. Liga während der Spielzeiten 2019/2020 und 2020/2021 aufgrund der Corona-Krise ohne Zuschauer stattfinden, entfällt der dem DFB zustehende Anteil am Mindestbeitrag für diese Spiele (600 Euro pro Partie).

DFB-Jugendordnung

Durchführung der Spiele (§ 1): Wie bei den Aktiven können die Mitgliedsverbände Jugendspiele ihres Zuständigkeitsbereichs nach dem 30. Juni 2020 zulassen, soweit dies zur Durchführung des Spielbetriebs erforderlich ist.

Vereinswechsel (§ 3 und § 3a): Sofern durch zeitliche Verschiebungen der Spielzeiten 2019/2020 und 2020/2021 nötig, können von den zuständigen Verbänden auch Stichtage in Bezug auf Vereinswechsel und Beantragungen der Spielerlaubnis im Jugendbereich angepasst werden. Gleiches gilt für damit verbundene Wartefristen. Wie bei den Herren und Frauen gilt: Bei der Berechnung der Sechs-Monats-Frist können die zuständigen Verbände festlegen, dass Zeiträume, in denen aufgrund der Covid-19-Pandemie kein Spielbetrieb durchgeführt werden kann, ausgeklammert werden.

Altersklassen (§ 5): Juniorinnen und Junioren bleiben auch dann noch für ihre Altersklasse der Spielzeit 2019/2020 spielberechtigt, sollten Meisterschaftsspiele ihrer Mannschaft nach dem 30. Juni 2020 stattfinden. Für den jeweils ältesten spielberechtigten Jahrgang können die Landesverbände des DFB allerdings ein Datum festlegen, an dem das Spielrecht für die jeweilige Altersklasse verfällt.

Einsatz von Juniorinnen, die für Frauen-Mannschaften spielberechtigt sind (§ 6 und § 9): Bisher galt, dass Juniorinnen und Junioren an einem Tag nicht mehr als ein Pflichtspiel bestreiten dürfen. Für Nachwuchsspieler, die auch für Herrenmannschaften spielberechtigt sind, sind Ausnahmen zulässig. Gleiches gilt nun für Juniorinnen, die in Frauenmannschaften zum Einsatz kommen können. Zudem kann das DFB-Präsidium auf Antrag des Ausschusses für Frauen- und Mädchenfußball die Vorgabe außer Kraft setzen, wonach Juniorinnen nur ein Einsatz in einer Frauenmannschaft an einem Wochenende (Freitag bis Sonntag) erlaubt ist.

Spielberechtigung nach dem Einsatz in einer Mannschaft der Junioren-Bundesliga in da-runter befindlichen Spielklassen (§ 28a): Nach einem Einsatz in einem Meisterschaftsspiel einer Junioren-Bundesliga-Mannschaft ist ein Spieler, der nicht Stammspieler ist, erst nach einer Schutzfrist von zwei Tagen wieder für andere Juniorenteams seines Vereins spielberechtigt. So besagt es die DFB-Jugendordnung bisher. Jetzt hat das DFB-Präsidium die Möglichkeit, auf Antrag des DFB-Jugendausschusses Ausnahmen von der Schutzfrist von zwei Tagen zu beschließen, um Spieleinsätze in kürzeren Zeitabständen zu ermöglichen.

Fußball 04.04.2020 von Axel Sammrey

1. Herren: Verdener Nachrichten von Patrick Hilmes. „Die Beiträge müssen gezahlt werden“

Reiner Witte, Rechtsanwalt und ehemaliger DHB-Vizepräsident, über die Rechte der Sportvereine, der Mitglieder, Trainer und Sponsoren in den Zeiten der Coronavirus-Pandemie.

 

Herr Witte, durch die Coronavirus-Pandemie ist der Sport lahmgelegt, der gesamte Lokalsport liegt brach. Stellt sich die Frage, ob die Sportler ihre Mitgliedsbeiträge in ihren Vereinen weiterhin zahlen müssen? Immerhin kann derzeit kein Sport angeboten werden.

Reiner Witte: Dennoch müssen die Beiträge gezahlt werden. Eine Mitgliedschaft in einem Sportverein ist etwas anderes als eine Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio oder so, wo ich eine Leistung einkaufe. In einem Sportverein bin ich auch ein Teil des Gesamtverbundes. In diesem gibt es – oftmals bis zum Jahresende – Austrittsfristen. So lange ist man jedoch an die Mitgliedschaft gebunden. Man muss auch nicht unbedingt eine Leistung in Anspruch nehmen, es gibt ja auch passive Mitglieder. Bei Sonderleistungen wie Kursen, die durch den normalen Beitrag nicht abgegolten werden, ist das was anderes. Diesen Betrag kann man zurückverlangen, wenn man ihn schon gezahlt haben sollte.

Können die Mitglieder auch nicht Gebrauch von ihrem Sonderkündigungsrecht machen?

Nein. Das sieht unser BGB, das in diesem Fall angewendet wird, nicht vor. Theoretisch könnte es in vereinzelten Satzungen eine Regelung geben. Aber das kann ich mir nicht vorstellen, ich kenne viele Vereine. Mir ist nicht bekannt, dass so etwas wie Pandemie oder höhere Gewalt in irgendeiner Vereinssatzung geregelt ist. Somit kann man nur auf dem normalen Weg austreten.

Muss ein Verein denn weiterhin die Trainer bezahlen?

Das ist eine gute Frage. Normalerweise besteht kein Beschäftigungsverhältnis, sondern ein Übungsleiterverhältnis, das durch eine Pauschale abgegolten wird. In der Regel wird die Pauschale gezahlt, wenn Leistung erbracht wird. Das steht in Abhängigkeit zueinander. Erbringt man keine Leistung, kriegt man auch keine Pauschale. Es bedarf einer Gegenleistung. Sind die Trainer jedoch Angestellte des Vereins, dann ist das wie bei jedem anderen Angestellten. Die Vergütung bekommt man dann zunächst weiter. Wenn der Trainer jedoch als freier Mitarbeiter oder Selbstständiger fungiert, dann trägt er das Risiko selber.

Ist es richtig, dass im Mannschaftssport die Trainer grundsätzlich Angestellte des Vereins sind?

Das sollte eigentlich so sein, ist aber nicht immer so. Ich kenne auch solche Fälle.

Angenommen, der Trainer ist Angestellter des Vereins: Kann der Klub den Coach dann in Kurzarbeit schicken?

Ja, das ist so. Die kleinen Vereine müssen ohnehin zu Kurzarbeit übergehen. Die können die Trainer ja nicht mehr beschäftigen. Es sei denn, der Trainer muss nun andere Arbeiten erledigen. Er könnte etwas in der Verwaltung übernehmen, irgendwas aus dem Homeoffice machen oder etwas Besonderes für die Mitglieder kreieren wie etwa Videos. Ob das als Dauerlösung möglich ist, hängt von Fall zu Fall ab. Im Grunde wäre es für den Trainer auch eine andere Tätigkeit, fraglich ob man das möchte. Aber bevor man in Kurzarbeit geschickt wird, ist man sicherlich dazu bereit.

Zwischen den Zeilen kann man lesen, dass es von allen Seiten viel Solidarität bedarf, richtig?

Auf jeden Fall. Das beschränkt sich ja auch nicht nur auf Vereine. Das ist das, was unsere Gesellschaft jetzt eigentlich prägen sollte, nicht nur den Sport. Im Sport herrscht ja von Haus aus eine größere Gemeinschaft als bei auf Gewinn ausgerichteten Unternehmen. Aber in dieser jetzigen Zeit ist es besonders wichtig, seinen Egoismus zurückzustellen und einen Gemeinschaftssinn zu entwickeln. Da reicht manchmal schon ein Anruf, um zu fragen, wie es einem geht. So ein kleiner Fingerzeig kann Berge versetzen. Man kann nur allen Leuten danken, die sich jetzt übermäßig einsetzen. In diesen Zeiten, in denen der Sport ganz zum Erliegen kommt, bietet sich die Chance für die Trainer, ebenfalls einen Beitrag zu leisten, indem sie Übungen für zu Hause anbieten. Und das machen ja schon viele, was ich sehr gut finde.

Das Ganze einmal auf die Sponsoren projiziert: Dürfen diese nun abspringen und ihre Investitionen zurückziehen? Immerhin sieht derzeit keiner mehr die Werbung auf den Trikots oder den Banden et cetera.

Wir haben sicherlich eine ganz verzwackte Situation. In internationalen Verträgen haben wir eine Regelung mit 'force majeure' – also mit höherer Gewalt. Darunter fällt sicherlich auch so eine Pandemie. Dadurch kann man so eine vertragliche Regelung aussetzen. Dann hat man auch die Möglichkeit, sich vom Vertrag zu trennen, wenn das alles zu lange dauert. In den Sponsorenverträgen, die ich kenne, ist das in der Regel aber nicht beinhaltet. Dann kommt man zurück auf das allgemeine Vertragsrecht. Dabei gibt es verschiedene Denkmodelle, die man abarbeiten müsste. Aber am Ende des Tages würde man wahrscheinlich da rauskommen, dass der Sponsor zahlen muss. Man hat pro Saison eine Vereinbarung getroffen und dann sind die Beträge auch zu zahlen. Außer es steht ausdrücklich geschrieben, dass ein Verein 36 Spiele oder so spielen muss, um Betrag X zu erhalten. Das gibt es meines Wissens aber nicht. Es kann sein, dass das die Konsequenz für zukünftige Sponsorenverträge sein wird. Man denkt jetzt natürlich in alle möglichen Richtungen, wie man sich zukünftig gegen so etwas absichern kann.

In einigen Satzungen der Vereine ist verankert, dass die Jahreshauptversammlungen etwa im ersten Quartal stattfinden müssen...

Die Bundesregierung hat gemeinsam mit den Ländern in der Verordnung vom 17. März 2020 Zusammenkünfte in Vereinen und sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen et cetera verboten. Dazu zählen auch Mitgliederversammlungen. Der Landkreis hat zusätzlich eine Allgemeinverfügung erlassen und untersagt, Sportanlagen zu nutzen. Eine Satzung kann auch eine schriftliche Abstimmung vorsehen. Selbst wenn eine Satzung eine schriftliche Abstimmung nicht vorsehen sollte, hat der Gesetzgeber sie mit dem „Covid-19-Gesetz“ ermöglicht. Im Kern wird schriftlich wohl nur darüber abgestimmt, was dringlich und mehrheitsfähig ist. Eine Aussprache kann kaum stattfinden. Eine Mitgliederversammlung ersetzt dies nicht. Das heißt: Die Jahreshauptversammlung müsste verschoben werden. Darüber müssen die Mitglieder informiert werden. Der Gesetzgeber ermöglicht mit dem „Covid-19-Gesetz“ virtuelle Versammlungen. Theoretisch könnte eine Mitgliederversammlung per Videokonferenz durchgeführt werden. Dies dürfte häufig an den technischen Voraussetzungen scheitern.

Was passiert mit dem Vorstand, wenn eigentlich ein neuer gewählt werden sollte?

Der Gesetzgeber hat ebenfalls beschlossen, dass der Vorstand im Amt bleibt, bis Neuwahlen stattfinden können. Zahlreiche Satzungen enthalten bereits entsprechende Regelungen. Problematisch wird es, wenn der vertretungsberechtigte Vorstand sein Amt niederlegt. Dann wäre der Verein handlungsunfähig. Der Verein müsste sich unverzüglich an das Vereinsregister (im Landkreis Amtsgericht Walsrode) wenden. Es müsste ein Notvorstand vom Amtsgericht bestellt werden. Im Grunde genommen müsste der Verein eine außerordentliche Mitgliederversammlung durchführen. Sie scheitert aufgrund des eingangs erwähnten Verbots. Es sei denn, es wird schriftlich oder per Videokonferenz abgestimmt und gewählt. Die Gesamtproblematik könnte theoretisch gelöst werden, wenn die Vereinssatzung zulässt, dass Stimmen übertragen werden können. Die Stimmen könnten auf wenige Personen übertragen werden. Sie könnten per Videokonferenz abstimmen und eventuell auch wählen. Jedoch kenne ich viele der Vereine und ihre Satzungen, die eine Stimmenübertragung nicht vorsehen. 

Können Entscheidungen des Vorstands oder anderer Gremien auch außerhalb von Versammlungen beziehungsweise Sitzungen getroffen werden?

Das „Covid-19-Gesetz“ ermöglicht Telefon- und Videokonferenzen sowie Abstimmungen im schriftlichen Umlaufverfahren, selbst wenn die Satzung dies nicht regeln sollte. Der Vereinsvorstand und andere Gremien können auf Telefon- oder Videokonferenzen ausweichen. Sie können auch im schriftlichen Umlaufverfahren entscheiden.

Haben Sie als Anwalt für Sportrecht derzeit viele Anfragen von Sportvereinen?

Momentan hält sich das in Grenzen, wesentlich mehr kümmere ich mich um Unternehmen in puncto Arbeitsrecht, Zuschüsse, Kurzarbeit und welche steuerlichen Möglichkeiten es nun gibt. 

Entsprechend herrscht bei Ihnen in beruflicher Hinsicht auch keine Panik...

Panik ist nie ein guter Berater, die hilft nicht weiter. Wir dürfen uns nicht verrückt machen und müssen Ruhe bewahren. Ja, das ist immer ein guter Spruch, aber die Altvordern haben schon immer gesagt: In der Ruhe liegt die Kraft. Da ist was Wahres dran. Manchmal sind solche strikten Richtlinien einfach nicht zu vermeiden, um alles besser zu kontrollieren. Man kann nur appellieren, dass sich die, die sich bisher noch nicht an die Beschränkungen der Bundesregierung gehalten haben, sich nun daran halten. Wir wollen doch bald alle wieder draußen die Sonne zusammen genießen können.

Das Interview führte Patrick Hilmes.

Zur Person

Reiner Witte (65)

hat seine Anwaltskanzlei, zu deren Rechtsgebieten auch das Sportrecht zählt, in Achim. Witte selbst ist unter anderem seit 2015 Präsident des Golf Clubs Verden, war von 2011 bis 2014 Mitglied des Professional Handball Boards der Europäischen Handballföderation, von 2009 bis 2014 Präsident der Europäischen Handball-Profiligenvereinigung, von 2008 bis 2014 Präsident der Handball-Bundesliga sowie Vizepräsident des Deutschen Handballbundes, von 2009 bis 2011 Mitglied des Schiedsgerichts der Europäischen Handballföderation, von 2002 bis 2008 Vizepräsident Recht des Deutschen Handballbundes, Mitorganisator der Handball-Weltmeisterschaft 2007 in Deutschland. Er lernte das Handballspiel beim ATSV Habenhausen, spielte in der Bundesliga und kann auf fünf Einsätze in der Nationalmannschaft verweisen.

Foto: Rechtsanwalt Reiner Witte setzt darauf, dass die Bevölkerung Ruhe bewahrt, damit bald wieder der Alltag zurückkehrt. (Björn Hake)

 

Beitragsarchiv