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Fußball 04.04.2020 von Axel Sammrey

1. Herren: Verdener Nachrichten von Patrick Hilmes. „Die Beiträge müssen gezahlt werden“

Reiner Witte, Rechtsanwalt und ehemaliger DHB-Vizepräsident, über die Rechte der Sportvereine, der Mitglieder, Trainer und Sponsoren in den Zeiten der Coronavirus-Pandemie.

 

Herr Witte, durch die Coronavirus-Pandemie ist der Sport lahmgelegt, der gesamte Lokalsport liegt brach. Stellt sich die Frage, ob die Sportler ihre Mitgliedsbeiträge in ihren Vereinen weiterhin zahlen müssen? Immerhin kann derzeit kein Sport angeboten werden.

Reiner Witte: Dennoch müssen die Beiträge gezahlt werden. Eine Mitgliedschaft in einem Sportverein ist etwas anderes als eine Mitgliedschaft in einem Fitnessstudio oder so, wo ich eine Leistung einkaufe. In einem Sportverein bin ich auch ein Teil des Gesamtverbundes. In diesem gibt es – oftmals bis zum Jahresende – Austrittsfristen. So lange ist man jedoch an die Mitgliedschaft gebunden. Man muss auch nicht unbedingt eine Leistung in Anspruch nehmen, es gibt ja auch passive Mitglieder. Bei Sonderleistungen wie Kursen, die durch den normalen Beitrag nicht abgegolten werden, ist das was anderes. Diesen Betrag kann man zurückverlangen, wenn man ihn schon gezahlt haben sollte.

Können die Mitglieder auch nicht Gebrauch von ihrem Sonderkündigungsrecht machen?

Nein. Das sieht unser BGB, das in diesem Fall angewendet wird, nicht vor. Theoretisch könnte es in vereinzelten Satzungen eine Regelung geben. Aber das kann ich mir nicht vorstellen, ich kenne viele Vereine. Mir ist nicht bekannt, dass so etwas wie Pandemie oder höhere Gewalt in irgendeiner Vereinssatzung geregelt ist. Somit kann man nur auf dem normalen Weg austreten.

Muss ein Verein denn weiterhin die Trainer bezahlen?

Das ist eine gute Frage. Normalerweise besteht kein Beschäftigungsverhältnis, sondern ein Übungsleiterverhältnis, das durch eine Pauschale abgegolten wird. In der Regel wird die Pauschale gezahlt, wenn Leistung erbracht wird. Das steht in Abhängigkeit zueinander. Erbringt man keine Leistung, kriegt man auch keine Pauschale. Es bedarf einer Gegenleistung. Sind die Trainer jedoch Angestellte des Vereins, dann ist das wie bei jedem anderen Angestellten. Die Vergütung bekommt man dann zunächst weiter. Wenn der Trainer jedoch als freier Mitarbeiter oder Selbstständiger fungiert, dann trägt er das Risiko selber.

Ist es richtig, dass im Mannschaftssport die Trainer grundsätzlich Angestellte des Vereins sind?

Das sollte eigentlich so sein, ist aber nicht immer so. Ich kenne auch solche Fälle.

Angenommen, der Trainer ist Angestellter des Vereins: Kann der Klub den Coach dann in Kurzarbeit schicken?

Ja, das ist so. Die kleinen Vereine müssen ohnehin zu Kurzarbeit übergehen. Die können die Trainer ja nicht mehr beschäftigen. Es sei denn, der Trainer muss nun andere Arbeiten erledigen. Er könnte etwas in der Verwaltung übernehmen, irgendwas aus dem Homeoffice machen oder etwas Besonderes für die Mitglieder kreieren wie etwa Videos. Ob das als Dauerlösung möglich ist, hängt von Fall zu Fall ab. Im Grunde wäre es für den Trainer auch eine andere Tätigkeit, fraglich ob man das möchte. Aber bevor man in Kurzarbeit geschickt wird, ist man sicherlich dazu bereit.

Zwischen den Zeilen kann man lesen, dass es von allen Seiten viel Solidarität bedarf, richtig?

Auf jeden Fall. Das beschränkt sich ja auch nicht nur auf Vereine. Das ist das, was unsere Gesellschaft jetzt eigentlich prägen sollte, nicht nur den Sport. Im Sport herrscht ja von Haus aus eine größere Gemeinschaft als bei auf Gewinn ausgerichteten Unternehmen. Aber in dieser jetzigen Zeit ist es besonders wichtig, seinen Egoismus zurückzustellen und einen Gemeinschaftssinn zu entwickeln. Da reicht manchmal schon ein Anruf, um zu fragen, wie es einem geht. So ein kleiner Fingerzeig kann Berge versetzen. Man kann nur allen Leuten danken, die sich jetzt übermäßig einsetzen. In diesen Zeiten, in denen der Sport ganz zum Erliegen kommt, bietet sich die Chance für die Trainer, ebenfalls einen Beitrag zu leisten, indem sie Übungen für zu Hause anbieten. Und das machen ja schon viele, was ich sehr gut finde.

Das Ganze einmal auf die Sponsoren projiziert: Dürfen diese nun abspringen und ihre Investitionen zurückziehen? Immerhin sieht derzeit keiner mehr die Werbung auf den Trikots oder den Banden et cetera.

Wir haben sicherlich eine ganz verzwackte Situation. In internationalen Verträgen haben wir eine Regelung mit 'force majeure' – also mit höherer Gewalt. Darunter fällt sicherlich auch so eine Pandemie. Dadurch kann man so eine vertragliche Regelung aussetzen. Dann hat man auch die Möglichkeit, sich vom Vertrag zu trennen, wenn das alles zu lange dauert. In den Sponsorenverträgen, die ich kenne, ist das in der Regel aber nicht beinhaltet. Dann kommt man zurück auf das allgemeine Vertragsrecht. Dabei gibt es verschiedene Denkmodelle, die man abarbeiten müsste. Aber am Ende des Tages würde man wahrscheinlich da rauskommen, dass der Sponsor zahlen muss. Man hat pro Saison eine Vereinbarung getroffen und dann sind die Beträge auch zu zahlen. Außer es steht ausdrücklich geschrieben, dass ein Verein 36 Spiele oder so spielen muss, um Betrag X zu erhalten. Das gibt es meines Wissens aber nicht. Es kann sein, dass das die Konsequenz für zukünftige Sponsorenverträge sein wird. Man denkt jetzt natürlich in alle möglichen Richtungen, wie man sich zukünftig gegen so etwas absichern kann.

In einigen Satzungen der Vereine ist verankert, dass die Jahreshauptversammlungen etwa im ersten Quartal stattfinden müssen...

Die Bundesregierung hat gemeinsam mit den Ländern in der Verordnung vom 17. März 2020 Zusammenkünfte in Vereinen und sonstigen Sport- und Freizeiteinrichtungen et cetera verboten. Dazu zählen auch Mitgliederversammlungen. Der Landkreis hat zusätzlich eine Allgemeinverfügung erlassen und untersagt, Sportanlagen zu nutzen. Eine Satzung kann auch eine schriftliche Abstimmung vorsehen. Selbst wenn eine Satzung eine schriftliche Abstimmung nicht vorsehen sollte, hat der Gesetzgeber sie mit dem „Covid-19-Gesetz“ ermöglicht. Im Kern wird schriftlich wohl nur darüber abgestimmt, was dringlich und mehrheitsfähig ist. Eine Aussprache kann kaum stattfinden. Eine Mitgliederversammlung ersetzt dies nicht. Das heißt: Die Jahreshauptversammlung müsste verschoben werden. Darüber müssen die Mitglieder informiert werden. Der Gesetzgeber ermöglicht mit dem „Covid-19-Gesetz“ virtuelle Versammlungen. Theoretisch könnte eine Mitgliederversammlung per Videokonferenz durchgeführt werden. Dies dürfte häufig an den technischen Voraussetzungen scheitern.

Was passiert mit dem Vorstand, wenn eigentlich ein neuer gewählt werden sollte?

Der Gesetzgeber hat ebenfalls beschlossen, dass der Vorstand im Amt bleibt, bis Neuwahlen stattfinden können. Zahlreiche Satzungen enthalten bereits entsprechende Regelungen. Problematisch wird es, wenn der vertretungsberechtigte Vorstand sein Amt niederlegt. Dann wäre der Verein handlungsunfähig. Der Verein müsste sich unverzüglich an das Vereinsregister (im Landkreis Amtsgericht Walsrode) wenden. Es müsste ein Notvorstand vom Amtsgericht bestellt werden. Im Grunde genommen müsste der Verein eine außerordentliche Mitgliederversammlung durchführen. Sie scheitert aufgrund des eingangs erwähnten Verbots. Es sei denn, es wird schriftlich oder per Videokonferenz abgestimmt und gewählt. Die Gesamtproblematik könnte theoretisch gelöst werden, wenn die Vereinssatzung zulässt, dass Stimmen übertragen werden können. Die Stimmen könnten auf wenige Personen übertragen werden. Sie könnten per Videokonferenz abstimmen und eventuell auch wählen. Jedoch kenne ich viele der Vereine und ihre Satzungen, die eine Stimmenübertragung nicht vorsehen. 

Können Entscheidungen des Vorstands oder anderer Gremien auch außerhalb von Versammlungen beziehungsweise Sitzungen getroffen werden?

Das „Covid-19-Gesetz“ ermöglicht Telefon- und Videokonferenzen sowie Abstimmungen im schriftlichen Umlaufverfahren, selbst wenn die Satzung dies nicht regeln sollte. Der Vereinsvorstand und andere Gremien können auf Telefon- oder Videokonferenzen ausweichen. Sie können auch im schriftlichen Umlaufverfahren entscheiden.

Haben Sie als Anwalt für Sportrecht derzeit viele Anfragen von Sportvereinen?

Momentan hält sich das in Grenzen, wesentlich mehr kümmere ich mich um Unternehmen in puncto Arbeitsrecht, Zuschüsse, Kurzarbeit und welche steuerlichen Möglichkeiten es nun gibt. 

Entsprechend herrscht bei Ihnen in beruflicher Hinsicht auch keine Panik...

Panik ist nie ein guter Berater, die hilft nicht weiter. Wir dürfen uns nicht verrückt machen und müssen Ruhe bewahren. Ja, das ist immer ein guter Spruch, aber die Altvordern haben schon immer gesagt: In der Ruhe liegt die Kraft. Da ist was Wahres dran. Manchmal sind solche strikten Richtlinien einfach nicht zu vermeiden, um alles besser zu kontrollieren. Man kann nur appellieren, dass sich die, die sich bisher noch nicht an die Beschränkungen der Bundesregierung gehalten haben, sich nun daran halten. Wir wollen doch bald alle wieder draußen die Sonne zusammen genießen können.

Das Interview führte Patrick Hilmes.

Zur Person

Reiner Witte (65)

hat seine Anwaltskanzlei, zu deren Rechtsgebieten auch das Sportrecht zählt, in Achim. Witte selbst ist unter anderem seit 2015 Präsident des Golf Clubs Verden, war von 2011 bis 2014 Mitglied des Professional Handball Boards der Europäischen Handballföderation, von 2009 bis 2014 Präsident der Europäischen Handball-Profiligenvereinigung, von 2008 bis 2014 Präsident der Handball-Bundesliga sowie Vizepräsident des Deutschen Handballbundes, von 2009 bis 2011 Mitglied des Schiedsgerichts der Europäischen Handballföderation, von 2002 bis 2008 Vizepräsident Recht des Deutschen Handballbundes, Mitorganisator der Handball-Weltmeisterschaft 2007 in Deutschland. Er lernte das Handballspiel beim ATSV Habenhausen, spielte in der Bundesliga und kann auf fünf Einsätze in der Nationalmannschaft verweisen.

Foto: Rechtsanwalt Reiner Witte setzt darauf, dass die Bevölkerung Ruhe bewahrt, damit bald wieder der Alltag zurückkehrt. (Björn Hake)

 

Fußball 31.03.2020 von Axel Sammrey

1. Herren: Verdener Nachrichten von Patrick Hilmes. Bye-bye Gelb-Rot.

In Hessen soll ein Fußball-Pilotprojekt auf Kreisebene starten. Dabei ersetzt die Zeitstrafe die Ampelkarte. Was denkt man im Fußballkreis Verden darüber? Es gibt unterschiedliche Meinungen.

Irgendwann wird es weitergehen mit dem liebsten Spiel der Deutschen. Irgendwann wird der Fußball wieder rollen. Fraglich ist aber noch vieles: Zum Beispiel, ob die laufende Spielzeit regulär beendet oder einfach ein Cut gemacht und die nächste Saison eingeläutet wird – oder, oder, oder. Varianten gibt es viele. Sollte es die sein, bei der direkt die nächste Spielzeit gestartet wird, dann haben einige Mannschaften in Hessen ihre vorerst letzte Partie mit der Gelb-Roten Karte gespielt. Der Grund: In dem Bundesland soll ab der nächsten Saison ein Pilotprojekt anlaufen, in dem eine Zeitstrafe die Ampelkarte ersetzt. Es bezieht sich ausschließlich auf Kreisebene und auf Herren-Mannschaften.

Runterkommen statt runterfliegen

Geplant ist: Der nächste Schritt nach einer Gelben Karte ist nicht die zweite Gelbe und somit Gelb-Rot, sondern eine Sanktionierung in Form einer zehnminütigen Zeitstrafe. Der Spieler kann somit erst einmal etwas runterfahren, zur Ruhe kommen. Nach Ablauf dieser Frist darf er zurück auf das Spielfeld. Sollte er sich im Anschluss noch ein weiteres verwarnungswürdiges Vergehen erlauben, erfolgt der direkte Platzverweis mittels der Roten Karte. Gelb-Rot wird aus dem Strafenkatalog gänzlich gestrichen. Entsprechend heißt es dann: runterkommen statt runterfliegen.

In Hessen soll also getestet und evaluiert werden. Sollte es eine erfolgreiche Probe und das Projekt salonfähig werden, könnte es auch Einzug im Kreis Verden erhalten: Was halten die Verantwortlichen der Region von der Einführung der Zeitstrafe?

Axel Sammrey, dem Coach des Bezirksligisten TV Oyten, fällt sofort ein: „Das hatten wir doch alles schon.“ Recht hat er, doch das ist schon ein paar Tage her. In der Saison 1978/79 wurde die Zeitstrafe bei Amateurspielen als Pilotprojekt eingeführt. Lange Zeit wurde mit dieser Regel gespielt. So auch Axel Sammrey selbst. „Da war ich noch selbst aktiv und durfte auch ab und an ein paar Minuten zugucken“, gesteht der Trainer schmunzelnd. 1992 verschwand die Zeitstrafe wieder aus dem Regelbuch, da damals die Gelb-Rote-Karte eingeführt wurde. Die 1. und 2. Bundesliga hatte sich immer erfolgreich gegen die Einführung gewehrt. Die Wiederbelebung erfolgte 2017. Damals genehmigte das International Football Association Board (IFAB) die Einführung von Zeitstrafen nach Gelben Karten – allerdings nur im Jugend-, Amateur- und Behindertenfußball. Im Jugendbereich setzen einige Landesverbände in Deutschland die Zeitstrafe auch um und verweisen auf einen erzieherischen Effekt.

Pro und kontra im Kreis Verden

Bei den Verantwortlichen aus dem Kreis Verden stößt das Pilotprojekt auf pro und kontra. „Man beruhigt nur den einen Spieler, nicht das Spiel selbst. Wenn du selbst über das Ziel hinausschießt, auf 180 bist und raus musst, dann hilft die Zeitstrafe. Aber ist es ein hektisches Spiel, wird dadurch nicht die große Wende eingeleitet“, gibt Sammrey zu bedenken. Würde das Ganze jedoch etwas anders umgesetzt als geplant, wäre Sammrey ein Befürworter. Nils Goerdel, Coach des TSV Etelsen, machte den Vorschlag, dem auch Oytens Trainer zustimmen würde: „Ich würde nicht pauschal eine Zeitstrafe geben. Es gibt viele Situationen, die quasi ein Zwitter sind, die zwischen Gelb und nicht Gelb liegen. Der Schiedsrichter müsste das abwägen können. Wenn ein Spieler meckert, dann kann der Schiri ihm die Zeitstrafe geben. Grätscht ein Spieler einem anderen aber von der Seite in die Beine, muss er ihm auch Gelb-Rot geben können.“

Ein Gegner der Zeitstrafe ist Marcus Neumann, der Schiedsrichterobmann des Kreises Verden, der zum 30. Juni sein Amt abgeben wird, aber noch weiter als Unparteiischer tätig sein will. „Ich persönlich halte davon nichts. Ich zeige dem Spieler mit der Gelben Karte bereits sein Fehlverhalten auf. Das zweite Fehlverhalten muss dann Konsequenzen haben, dann kann der Spieler auch duschen gehen. Ich sehe da keinen Zugewinn. Fehlbare Spieler dürfen trotzdem noch weitermachen. Sie müssen zwar kurz vom Platz, kommen aber auch wieder zurück. Wir haben schon genug Stress auf dem Platz“, findet Neumann klare Worte. Und er geht auch noch einen Schritt weiter. „Wir bieten jedem Verein an, dass wir vorbeikommen und das Regelbuch erklären. Ich könnte diejenigen im Galopp durch die Regeln führen. Da das aber keiner will, sollten alle die Regeln kennen. Dann sollen sie sich auch daran halten.“

Unrühmlicher Auslöser

Wie ist es eigentlich dazu gekommen, dass die Zeitstrafe wieder in den Fokus gerückt ist? Dass das Pilotprojekt in Hessen stattfindet, ist kein Zufall und es hat einen unrühmlichen Hintergrund, der die größte Problematik im Amateurfußball betrifft. Im vergangenen Jahr hatte es diverse Angriffe auf Schiedsrichter in dem Bundesland gegeben. Insbesondere zwei davon hatten auch bundesweit für Aufsehen gesorgt. Im Spiel SKG Rumpenheim II gegen Sparta Bürgel II (Kreisliga C Offenbach) wurde der Unparteiische beleidigt, geschlagen, getreten und bespuckt. Im Spiel FSV Münster gegen den TV Semd in Südhessen wurde der 22-jährige Schiedsrichter gar bewusstlos geschlagen und wurde per Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht.

Bereits zuvor spielten die hessischen Vereine mit dem Gedanken, eine Wiedereinführung der Zeitstrafe zu beantragen. Diese beiden Vorkommnisse gaben wohl den letzten entscheidenden Anstoß. Die Vereine richteten ihren Antrag an den Ausschuss für Spielbetrieb und Fußballentwicklung im Hessischen Fußballverband (HFV) und dieser gab ihn weiter an den DFB, der ihm letztendlich zustimmte. Zwei Jahre soll der Test andauern. Ob es ihn aber überhaupt geben wird, ist jedoch noch nicht endgültig beschlossen. Das soll auf dem nächsten Verbandstag der Hessen geklärt werden, der bisher für den 6. Juni geplant ist. 

Die Zeitstrafe wirft jedoch viele weitere Fragen auf, von denen auch Jens Stührmann, Trainer des Kreisligisten TSV Thedinghausen, einige einfallen: „Wie macht der Schiedsrichter das bei mehreren Zeitstrafen? Immerhin ist er auf Kreisebene alleine. Was passiert bei einer Rudelbildung? Wie viele Spieler dürfen gleichzeitig draußen stehen?“ Wie das alles umgesetzt wird, welche Strafe bei einer Roten Karte nach eine Zeitstrafe ausgesprochen wird und und und: Der Spielausschuss macht die Vorarbeit und erstellt eine Durchführungsbestimmung. Am Verbandstag fällt dann die Entscheidung.

Nützliche Strafen

Für Jens Stührmann ist es ziemlich egal, was dort am 6. Juni in Hessen entschieden wird und ob die Zeitstrafe auch irgendwann im Kreis Verden ihr Comeback feiern wird. Er appelliert hingegen, den Blick auf das große Ganze zu richten. „Ich kenne die Zeitstrafe noch. Damals war das harmlos, da wagte man noch nicht, zu meckern. Heute muss man noch 50 Worte an den Schiedsrichter und 50 an den Gegner adressieren. Die Krux ist, dass viele Spieler zu wenig Demut vor dem Sport haben. Dieser Gedanke – 'das war jetzt Mist, ich habe es kapiert' – fehlt. Warum ist denn alles so bescheuert geworden? Warum hat jeder vergessen, wie viel Spaß Fußball auf dem Bolzplatz gemacht hat, wo man gar keine Schiedsrichter brauchte?“ Jens Stührmanns Vorschlag zur Verbesserung: „Man sollte die Strafen in nützliche Strafen umwandeln. Bei fünf Zeitstrafen in der Saison oder zehn Gelben Karten oder so sollte der Spieler neben seiner Sperre dazu verdonnert werden, so und so viele Spiele im Jugendbereich zu pfeifen.“

Es darf mit Spannung erwartet werden, was der Hessische Fußballverband entscheidet, ob die Testphase erfolgreich verläuft und ob irgendwann die Zeitstrafe eine Renaissance im Fußballkreis Verden erlebt.

Foto: Geld-Rot – in Hessen wird es auf Kreisebene wahrscheinlich diese Kartenkombination für zwei Spielzeiten nicht mehr geben. (Björn Hake)

Fußball 13.03.2020 von Axel Sammrey

1. Herren: Kreiszeitung.de: Zwangspause. Wegen Coronavirus: Kein Fußball in Niedersachsen bis zum 23. März.

Der Amateurfußball in der Region kommt wegen der Ausbreitung des Coronavirus‘ zum Erliegen. Gestern Abend sagte der Bremer Fußball-Verband alle Spiele bis zum 30. März ab. Der Niedersächsische Fußball-Verband (NFV) war bestrebt, den Spielbetrieb aufrecht zu erhalten. Doch nach Informationen dieser Zeitung fand am Abend ein Umdenken statt. Auch der NFV entschied sich demnach zu einer Generalabsage. Alle Spiele abwärts der Oberliga Niedersachsen werden somit nicht ausgetragen. Die verfügte Zwangspause soll zunächst bis zum 23. März dauern.

Eine ähnliche Entscheidung hatte zuvor der Schleswig-Holsteinische Fußballverband getroffen und – zumindest für dieses Wochenende – alle Partien in und unterhalb der Flens-Oberliga gestrichen. „In Absprache mit den Vorsitzenden der jeweiligen Spielausschüsse sind wir zu dem Entschluss gekommen, dass eine Generalabsage zum Wohle aller Beteiligten unumgänglich ist“, sagte SHFV-Präsident Uwe Döring: „Wir sehen keine andere Möglichkeit.“

Coronavirus: Amateurfußball in Niedersachsen, Bremen und Schleswig-Holstein mit Zwangspause

In Niedersachsen waren die Pläne am Nachmittag noch andere gewesen, ehe die Entwicklung auch den NFV einholte. Jürgen Stebani, Vorsitzender des Verbandsspielausschusses, hatte gegenüber dieser Zeitung betont: „Man muss bedenken, dass der Schleswig-Holsteinische Verband komplett in etwa so groß ist wie der Bezirk Lüneburg bei uns. In Niedersachsen kann zum Beispiel in Syke die Sonne scheinen – und in Celle herrscht Weltuntergangs-Wetter. Und bei Corona ist es dasselbe.“ Doch auch Stebani beschlich bereits zu diesem Zeitpunkt offenbar ein mulmiges Gefühl. „Wir wollen versuchen, die Saison einigermaßen vernünftig zu Ende zu bringen“, hatte er gesagt und angefügt: „Das wird schon schwierig genug.“

Fußball 12.03.2020 von Axel Sammrey

1. Herren: Kreiszeitung.de: Axel Sammrey bleibt trotz Oytens Top-Start auf dem Teppich / Lob an Talente. „Werden jetzt nicht alle weghauen“

Oyten - Von Ulf Von Der Eltz. Was war das für eine quälend lange Zeit: Bis zum zehnten Spieltag musste der TV Oyten warten, um den ersten Saisonsieg in der Fußball-Bezirksliga feiern zu dürfen. Am 13. Oktober vergangenen Jahres gelang ein 4:2 beim 1. FC Rot-Weiß Achim. Zuvor hatte das Schlusslicht gerade einmal drei mickrige Pünktchen geholt. „Es hat doch keiner mehr einen Pfifferling auf uns gesetzt. Wir galten als abgestiegen“, erinnert sich Axel Sammrey an die schweren Wochen.

Dieses 4:2, dem zwei weitere Dreier sowie ein Remis folgen sollten, sieht der Trainer der Blau-Roten im Rückblick als Wendepunkt an. Und wer in diesen Tagen auf die Tabelle schaut, mag gar nicht glauben, dass die Mannschaft einen so desaströsen Saisonstart wegstecken musste: Da steht der TVO mit 22 Punkten auf dem achten Rang, liegt fünf Zähler vorm Relegationsplatz und deren sechs vorm ersten Abstiegsplatz. Mit zwei 2:1-Erfolgen gelang ein perfekter Wiederbeginn nach der Winterpause.

Nun ist Sammrey mit seinen 63 Jahren erfahren genug, um nicht das Träumen anzufangen: „Es bleibt beim Ziel Klassenerhalt. Wir wollen so schnell wie möglich die nötigen Zähler holen, damit wir in den letzten Saisonspielen nicht unter Druck geraten.“ Diese Bescheidenheit ist jedoch keine Zier, denn Sammrey weiß zu genau: „Wir werden jetzt nicht Hurra schreien und alle weghauen. Wenn man sieht, dass wir meistens nur 2:1 gewinnen, hätte fast jedes Match auch verloren gehen können. Die Jungs wissen auch, dass sie weiterhin immer 90 Minuten Gas geben müssen. Sonst kann der Lauf schnell wieder vorbei sein.“

Als wichtigsten Grund sieht der Verdener die gute Vorbereitung auf die zweite Saisonphase, nachdem sie im Sommer katastrophal gewesen war. Der Plan, die jungen Akteure in die Mannschaft einzubauen, nahm rund zwei Monate in Anspruch – erst dann bekamen die Oytener die Kurve. Sammrey möchte es nicht als Wunder bezeichnen: „Ich hatte immer gesagt, dass wir geduldig bleiben müssen. Mit dieser langen Phase konnte aber auch ich nicht rechnen.“

Und der Weg war mit Rückschlägen gepflastert, „weil die Jungs so nach und nach begriffen haben, dass sie bei den Erwachsenen sind und sich halt auch wehren müssen“, wie der Übungsleiter diese Lernphase beschreibt. Dass sie jetzt alle auf dem geforderten körperlichen Level sind, hebt natürlich die Stimmung im Team, „ich hoffe, dass es so weitergeht.“ Die Talente wie Keeper Fabian Meyer, Lennart Brand, Dorian Mothes, Firat Karaca, Thomas Baumann, Tom-Luca Hügen oder Patrik Kuhna, dem Sammrey einen Riesensprung attestiert, üben Druck auf die Etablierten aus und gewinnen immer mehr Einsatzzeiten. „Das  ging aber nur, weil wir eine gute Basis mit den erfahrenen Leuten wie Ole Persson, Dennis Wiedekamp, Christian Rathjen und Simon Seekamp haben. Sie führen die Jungs und erleichtern ihnen so diese Entwicklung“, meint der Coach.

Viele Veränderungen hat Sammrey dabei nicht vorgenommen, profitiert davon, dass die Mannschaft sowohl mit Dreier- als auch mit Viererkette spielen kann, „je nach dem, wer mir zur Verfügung steht.“ In den beiden Partien nach der Winterpause verteidigten die Oytener zu viert.

Auch im Angriff zeigt sich das Team flexibel, wenn der 63-Jährige auch gerne mit zwei Stürmern den Erfolg suchen will. Da gelten Anton Strodthoff und Firat Karaca als Wunsch-Paar, allerdings gelang Vojtech Nepras ebenfalls ein Sprung nach vorn – er wurde im Montag-Training von einem Bänderriss gestoppt und fehlt einige Wochen. Beim 2:1 über Heeslingen II glänzte zuletzt Thomas Baumann als Siegtorschütze. Lediglich Daniel Aritim kommt nicht so richtig in Schwung.

Kein Wunder, dass es Sammrey in seinem fünften TVO-Jahr riesig Spaß macht. Die Entwicklung soll aber noch nicht am Ende sein: „Wir hatten vor der Runde gesagt, dass wir uns zwei Jahre dafür nehmen.“ Und die Konkurrenz darf schon einmal aufhorchen und gewarnt sein: „Ab nächsten Sommer wollen wir eine bessere Saison spielen.“

Blickt auf einen Top-Start nach der Winterpause: Oytens Coach Axel Sammrey. Foto: vst

Fußball 09.03.2020 von Axel Sammrey

1. Herren: Verdener Nachrichten von Patrick Hilmes. Oytens Sechs-Punkte-Start.

Der TV Oyten ist bestens aus der Winterpause gestartet und hat auch sein zweites Spiel mit 2:1 gewonnen. Nach dem FSV Langwedel-Völkersen musste sich nun der Heeslinger SC II geschlagen geben.

Es läuft die zweite Minute der Nachspielzeit in der Fußball-Bezirksliga-Partie zwischen dem gastgebenden TV Oyten und dem Heeslinger SC II. Sieben Minuten zuvor hatte der HSC das 1:1 erzielt und drängt nun auf den Sieg. Ein Freistoß auf der linken Angriffsseite rund 25 Meter vor dem Oytener Tor verleitet die Heeslinger dazu, zu neunt aufzurücken. Immerhin liegt doch das Momentum auf ihrer Seite und sind sie doch als Tabellendritter der Favorit. Doch der Freistoß wird abgewehrt, der Ball landet bei Anton Strodthoff und dieser schickt Thomas Baumann auf die Reise. Baumann kann ohne Gegenspieler bis in den Sechzehner marschieren, legt sich den Ball am HSC-Keeper vorbei und trifft dann im Fallen den Ball so, dass erst der hinterhergeeilte Heeslinger Spieler an ihm vorbeirutscht und er dann über die Linie kullert. Das war die letzte Szene der Partie, direkt danach war Schluss und somit lautete der Endstand 2:1 (1:0).

„Warum machen die eigentlich so auf“, fragte sich Coach Axel Sammrey nach Abpfiff. Doch ihm war es Recht so, denn damit war der Sechs-Punkte-Start für den TV Oyten nach der Winterpause perfekt. In der Vorwoche hatte der TVO den FSV Langwedel-Völkersen ebenfalls mit 2:1 bezwungen. Matchwinner Baumann bezeichnete Sammrey treffend als „abgezockt“ und seine Mannschaft als die glücklichere. „Das ist das Glück, das man auch braucht, um da unten rauszukommen. Aber ich sage den Jungs auch immer, dass sie einfach bis zum Schluss weiterspielen sollen.“

Der klassische Wirkungstreffer

Nun ist die Tabelle zwar aufgrund der unterschiedlich absolvierten Spiele ungerade, doch derzeit kann der TV Oyten auf ein Fünf-Punkte-Polster auf den Relegationsrang verweisen. Das hatte sich zu Beginn der Partie gegen Heeslingen II aber nicht abgezeichnet. Auf dem Oytener Kunstrasen waren es die Gäste, die von Beginn an die Kontrolle übernahmen und einige gefährliche Vorstöße verzeichneten. „Hesslingen ist eine richtig gute Mannschaft, die sind nochmals besser als Langwedel“, lobte Sammrey den Gegner. Das erste Tor fiel aber auf der Gegenseite und aus heiterem Himmel. Dorian Mothes wurde per Steckpass im Sechzehner in Szene gesetzt, lief mit Ball quer zum herauseilenden HSC-Keeper und bediente Anton Strodthoff, der nur noch ins leere Tor einschieben musste. 1:0 für den TV Oyten (22.). Und das war ein echter Klassiker, denn dieses Tor war ein wahrlicher Wirkungstreffer. Die Gäste wirkten konsterniert, ihnen gelang vor allem im Offensivspiel gar nichts mehr.

Und der Treffer hatte eine lange Abklingzeit bis weit in die zweite Hälfte hinein. Erst in Minute 64 verbuchte der HSC die nächste Chance. Nico Finke kam völlig frei zum Kopfball, scheiterte aber am stark reagierenden Christian Rahtjen im TVO-Gehäuse. Zehn Minuten später glänzte Rathjen erneut gegen Rayk Hess. „Er war überragend“, lobte Sammrey entsprechend seinen Keeper. In Minute 85 war aber auch er machtlos. Heeslingen drückte und drückte und drückte. Oyten gelang es nicht, für Entlastung zu sorgen und somit war das 1:1 nach Standard und Kopfball von Nico Finke die logische Konsequenz. 

Doch Heeslingen II wurde etwas übermutig und durch den TV Oyten noch bestraft. Treffend resümierte ein breit grinsender Axel Sammrey: „So kann man das beenden.“

Foto: Torschütze Thomas Baumann zum 2:1

Fußball 06.03.2020 von Axel Sammrey

1. Herren: Fupa.net: Heeslingen II heute Abend in Oyten zu Gast.

Der Heeslinger SC II wird heute Abend den 19. Bezirksligaspieltag in Oyten eröffnen. HSC-Coach Dominique Schneider rechnet fest damit, dass das Spiel stattfinden wird: „Wir haben uns in der letzten Woche so vorbereitet, dass wir auf jeden Fall spielen werden, und freuen uns auch, dass es endlich wieder losgeht.“

TV Oyten - Heeslinger SC II (Fr 19:30)

Aber nicht nur die besseren Wetterverhältnisse der vergangenen Woche machen Hoffnung, sondern auch die Tatsache, dass das Spiel in Oyten am Vorwochenende das einzige war, das stattfinden konnte.

Der TV gewann gegen Langwedel-Völkersen mit 2:1 und verließ dadurch die Abstiegsränge. Aber schon in den Vorbereitungsspielen ließen die Oytener aufhorchen, als sie den Bezirksliga-Tabellenführer TSV Etelsen mit 2:1 bezwangen. Auf dem Transfermarkt hat Oyten in der Winterpause auch noch einmal zugeschlagen. Abwehrspieler Daniel Airich kehrte nach einem halben Jahr beim TSV Ottersberg zurück.

Schneider fordert einen Sieg

Schneider sieht seine Mannschaft dennoch in der Pflicht: „Es ist unser Ziel, dass wir drei Punkte aus Oyten mitnehmen, und daran müssen wir uns hinterher messen lassen.“ Große Fragezeichen dabei stehen hinter den Einsätzen von Christo Stergioulas und Dominik Stam, außerdem sind ein paar Heeslinger Spieler gesundheitlich angeschlagen. Dafür sind die Langzeitverletzten Bent Bargfrede und Malte Ohrenberg in der Winterpause wieder ins Training eingestiegen. (sol)

Fußball 02.03.2020 von Axel Sammrey

1. Herren: Kreiszeitung.de: Strodthoff straft lahme Langwedeler ab – 2:1. Oytens Siegtor in Unterzahl / Karaca sieht nach Beleidigung Rot – „daraus Lehren ziehen“

Oyten - Von Ulf Von Der Eltz. In den letzten Minuten hagelte es noch einmal kräftig, es zeigte sich aber auch ein Regenbogen. Passender hätte die Szenerie für den TV Oyten am Sonntag nicht sein können zum Ende des Bezirksliga-Derbys gegen den FSV Langwedel-Völkersen. Mit dem 2:1 (1:0)-Sieg feierte die Sammrey-Elf einen perfekten Start nach der Winterpause und verließ vorerst die Abstiegsplätze.

Fast 50 Minuten hatten die Gastgeber nach der Roten Karte gegen Firat Karaca in Unterzahl spielen müssen, sich aber vehement gegen die Langwedeler Übermacht sowie die die drohende Pleite gestemmt – und am Ende gar nicht einmal unverdient die Punkte geholt. „Die zählen erst mal. Wichtig ist, dass wir den Trend aus den letzten Spielen aus 2019 fortsetzen konnten,“ hakte Coach Axel Sammrey den Verlauf der Partie zunächst ab.

Das dürfte seinem Gegenüber Emrah Tavan schwerfallen. Trotz der numerischen Überzahl – „wir haben in der zweiten Halbzeit zu 90 Prozent in der Oytener Hälfte gespielt“ – konnte die Leistung für den FSV-Trainer nicht in Ordnung sein. „Nicht zwingend genug, keine zündenden Ideen, der letzte Pass kam zu selten an. Das ist einfach ungenügend“, beschrieb Tavan die Vorstellung seiner in der Konsequenz lahmen Langwedeler: „So ein Match darfst du nicht verlieren.“

Nach einigermaßen ansprechender FSV-Anfangsphase übernahm Oyten das Kommando. Henrik Müllers Kopfball schlug Ferhat Kadah noch von der Linie (9.), bei der zweiten Top-Chance ging die Sammrey-Elf aber 1:0 in Führung: Langwedels Keeper Mika-Ole Haase blieb bei einem Kuhna-Freistoß auf der Linie kleben, Simon Seekamp köpfte gegen Jan-Ole Post ein (21.). Dabei verletzte er sich im Gesicht, fuhr nach dem Spiel mit Verdacht auf Nasenbein- oder Jochbeinbruch ins Krankenhaus.

Firat Karaca (36.) und Müller (37.) hatten die Erhöhung auf dem Fuß, dem der Gast nur einen Kelsch-Freistoß entgegenzusetzen hatte, den Christian Rathjen prima parierte (40.). Dann die Szene, die das Spiel massiv prägen sollte: Karaca lief allein auf Haase zu, scheiterte zunächst am Keeper und setzte den Abpraller dann neben den leeren Kasten (41.) – unfassbar. Das wurmte den Stürmer offensichtlich derart, dass er sich nach einem Zweikampf mit Post zu einer üblen Beleidigung hinreißen ließ und folgerichtig Rot sah (44.). „Geht nicht, aber am meisten wird sich der 18-jährige Junge selbst ärgern“, meine Sammrey: „Wichtig ist, dass er daraus seine Lehren zieht.“

In Hälfte zwei dominierte Langwedel erdrückend, schien auch mit Daniel Throls sehenswertem Schlenzer zum 1:1 (52.) schnell die Wende herbeizuführen. Aber Pustekuchen: Throl traf noch den Pfosten (61.), viel mehr Zwingendes ergab die Überlegenheit nicht. Was Anton Strodthoff bestrafte: Mit einem Solo gegen die „Begleiter“ Heidt, Gehrke und Rohlfs gelang dem TVO-Crack der 2:1-Siegtreffer (79.).

Das 1:0 für Oyten: Simon Seekamp (2.v.l.) köpfte gegen Langwedels Jan-Ole Post ein. Am Ende hieß es 2:1. Foto: häg

Fußball 28.02.2020 von Axel Sammrey

1. Herren: Kreiszeitung.de: Bezirksliga: Oyten tauscht Heimrecht mit Langwedel. Sammrey hofft auf Seekamp.

Oyten – Einmal ausgefallen war das Derby schon – ein zweites Mal sollte das verhindert werden. Und so wurde zwischen dem FSV Langwedel-Völkersen und dem TV Oyten das Heimrecht getauscht, damit das erste Bezirksliga-Match des Jahres am Sonntag auch ausgetragen werden kann. Anpfiff ist um 14 Uhr auf dem Oytener Kunstrasenplatz an der Stader Straße.

„Das ist auch ganz gut für uns, nachdem wir in der Vorbereitung gute Ergebnisse erzielt haben und fast schon im Rhythmus sind“, meint TVO-Coach Axel Sammrey. Wichtig sei für ihn, die Leistungen aus den Testspielen, vor allem beim 2:1-Sieg über den TSV Etelsen, in die Punktrunde mitzunehmen: „Wir sind ja jetzt auch torgefährlicher geworden. Das Team hat darüber hinaus gelernt, dass man in der Bezirksliga nicht körperlos spielen darf. Da sehe ich schon eine Entwicklung.“ Einige Akteure kränkeln, in erster Linie steht noch ein Fragzeichen hinter Simon Seekamp. Sammrey: „Er ist äußerst wichtig, praktisch ein Neuzugang nach seinem Kreuzbandriss.“ Bis März fehlt allerdings Lennart Brand (Ausland).

Beim FSV sind alle Mann an Bord, aber Coach Emrah Tavan fühlt sich bereit: „Mal gucken, wo wir nach der langen Pause stehen. Oyten hat zwar Vorteile wegen des Kunstrasens, das darf für uns aber keine Ausrede sein.“ Es gelte, das Spiel anzunehmen und die eigenen Qualitäten auf den Platz zu bringen.  vde

Fußball 24.02.2020 von Axel Sammrey

1. Herren: 2:1 (1:0) Testspielsieg gegen unseren Klassenpartner und Tabellenführer TSV Etelsen.

Bei gutem Fußballwetter haben wir durch eine starke kämpferische Leistung diesen Sieg eingefahren. Der Gast aus Etelsen hatte über 90 Minuten mehr Ballbesitz und vor allem nach dem 1:2 Anschlusstreffer mächtig Druck aufgebaut. Aber zwei starke Torleute, sowie ein gutes Defensivverhalten der gesamten Mannschaft hat für diesen Sieg, nach einem 0:0 und 0:2 in den beiden Punktspielen, gesorgt. Auch die 6 Wechsel im Laufe der zweiten Halbzeit haben zu keinem Bruch im Mannschaftsgefüge geführt. Alle 17 eingesetzten Spieler haben sich tadellos präsentiert. Wir sind gut gerüstet für den Punktspielstart am nächsten Sonntag beim FSV Langwedel.

Torfolge:

1:0 32. Min. Anton Strodthoff im Nachsetzen nach Torchance für Firat Karaca.

2:0 47. Min. Daniel Airich mit direktem Freistoß aus 20m nach einem Foul an Ole Persson.

2:1 82. Min. Direkt verwandelter Eckball.

TV Oyten:

Christian Rathjen (ab 46. Min. Fabian Meyer); Erik Baeßmann (ab 62. Min. Lukas Pein), Daniel Airich, Dennis Wiedekamp, Yaya Kone; Dorian Mothes (49. Min. Thomas Baumann), Henrik Müller (ab 72. Min. Max Trunkhardt), Patrik Kuhna, Ole Persson; Anton Strodthoff (ab 72. Min. Vojtech Nepras), Firat Karaca (ab 62. Min. Niko Oetting).

Schiedsrichtergespann:

Tom Stadtlander; Georg Reetz, Manuel Neumann.

 

 
 

Fußball 20.02.2020 von Axel Sammrey

1. Herren: Sonntag, 23.02.2020 um 15:30 Uhr auf unserem Kunstrasenplatz in Oyten. Testspiel TV Oyten - TSV Etelsen.

Da wir beide Punktspiele gegen den Tabellenführer und Meisterschaftsfavoriten bereits 2019 gespielt haben, macht dieses Testspiel gegen unseren Klassenpartner TSV Etelsen unbedingt Sinn.

Schiedsrichter: Tom Stadtlander. Assistenten: Georg Reetz, Manuel Neumann.

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